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THEMA: Immer mehr verlieren heute ihr erarbeitetes Eigentum. - BSG

Immer mehr verlieren heute ihr erarbeitetes Eigentum. - BSG 12 Okt 2016 18:52 #15242

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Immer mehr verlieren heute ihr erarbeitetes Eigentum. Ihr Obdach für das sie einst hart, und in der Hoffnung auf Sicherheit, gearbeitet haben. Dies zeigt uns ein Urteil des Bundessozialgerichts, das ich nach wie vor mit BSG laut Duden, abkürzen werde: www.duden.de/rechtschreib...essozialgericht

Hier zum Einstieg in das Thema:

Bundessozialgericht Hartz-IV-Familie muss nach Auszug der Kinder Eigenheim verkaufen

www.spiegel.de/wirtschaft...-a-1116330.html

Immer mehr verlieren heute ihr erarbeitetes Eigentum. - BSG 12 Okt 2016 19:21 #15243

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Vor ungefähr 2 Wochen erhielt ich den Anruf eines guten, alten Freundes. Er ist mittlerweile als langjähriger (30 Jahre lang) ehemaliger Selbständiger, der unfreiwillig und unnötig in HartzIV geriet, auch schon total am Ende. Wir sprachen über einen gemeinsamen Freund, der vor kurzem sein Elternhaus erbte. Dieser gemeinsame Freund ist heute 57 Jahre alt und lebte die letzten 10 Jahre im Elternhaus zusammen mit seiner schwerkranken Mutter, die er auch pflegte. Doch für die Pflege bekam er nichts bezahlt weil er selber in HartzIV war. Wer in HartzIV ist, der darf angeblich nicht seine Angehörigen betreuen. Man unterstellt in Deutschland den arbeitslosen Kindern, dass diese sich nur an den pflegebedürftigen Eltern bereichern wollen. Das, obwohl diese Kinder rund um die Uhr vor Ort sind. Sich um alles kümmern, besonders um das, was sich ein Pflegedienst oder bestellter (bestallter) Betreuer nie kümmern kann und wird. Das alles interessiert in unserem heutigen System kaum noch jemanden. Das ist auch ernsthaft zu beklagen, weil die einstige, natürliche Menschlichkeit bleibt so immer weiter auf der Strecke.

Die Mutter unseres gemeinsamen Freundes starb vor Kurzem und er war immer noch in HartzIV, bzw. mal wieder in einem ein Euro-Job. Kurz vor ihrem Tod sagte ihm die Mutter noch wie froh sie doch sei, dass er wenigstens das kleine Elternhaus zum Überleben habe. Haus und Grund waren komplett bezahlt. Es waren knapp 100 qm Einfamilienhaus, so wie man früher mal die kleinen Siedlerhäuser baute. Doch diese 100qm sind für einen Hartz-IV-Empfänger zu groß. Soviel Wohnraum steht ihm leider nicht zu. Entweder er findet jemanden zur Miete, was bei der Aufteilung dieser alten Häuser illusorisch ist, oder man verkauft. Das erzwingen die Jobcenter und halten das für selbstverständlich. Der gemeinsame Freund musste verkaufen, sonst hätte er kein Hartz-IV mehr erhalten und wäre irgendwann verhungert.

Weit unter Wert und unter massivem Druck des Jobcenters verkaufte er das kleine Häuschen. Meistens verkauft man unter Wert, denn die Banken, die oft kaufen, wissen um die Umstände derer, die zum Verkauf gezwungen werden.

Das kleine Haus, das die Eltern für ihren Sohn erarbeiteten, wurde also verkauft. Er zog vom Erlös auf einen Campingplatz. Bekommt heute kein Hartz-IV mehr. Kein 1 Euro-Job und er muss erst alles Geld ausgeben. Wenn er dann wieder pleite ist, und wahrscheinlich obdachlos sein wird, dann kann er sich wieder um HartzIV bemühen.

Das ist mehr als nur menschenfeindlich, aber es wird jetzt seit langen immer mehr und immer härter praktiziert. Kleinstes Eigentum ist heute nicht mehr sicher vor unseren Politikern, vor unserem Gesetzgeber und schon gleich gar nicht mehr vor den Richtern und Gerichten.
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