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THEMA: Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen?

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 23 Aug 2015 14:26 #14145

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@ Gast zu der Zeit über die Du schreibst, da haben auch noch Bund, Länder, Kommunen, die Parteien und Gewerkschaften die privaten Friedensaktionen unterstützt. Kann mich da noch an ein Friedenskonzert in Düsseldorf erinnern. Da kamen 12 internationale Bands zusammen unter dem Motto: "Musiker vereint gegen Ausländerfeindlichkeit". Schirmherrschaft hatte damals Thierse SPD. Allerdings war er selber, angeblich wegen Bedrohungen nicht vor Ort. Der Veranstalter selber hatte damals einen privaten Brandanschlag, der nie aufgeklärt wurde, zu beklagen. Wieso man damals nicht öffentlich aufklärte bleibt wohl allen ein Rätsel.

Heute wird nicht mehr investiert, in fast gar nichts mehr. Herr Schäuble CDU will ja mit allen Mitteln eine schwarze 0. Das ist aber der falsche Weg für ein gesundes Land, für eine gesunde Demokratie und zufriedene, von Angst befreite und somit gewaltfreie Bürger.

Warum es heute die Politiker sind die Rassismus weiterfördern. 31 Aug 2015 12:21 #14152

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Warum es heute die Politiker sind die Rassismus weiter fördern.

Alles gerät immer mehr aus den Fugen, ganz besonders der Weltfrieden. Das sind keine neuen Erkenntnisse.
Wurde zu Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg politisch noch am Frieden gearbeitet, so scheint heute das genaue Gegenteil der Fall. Warum das so ist fragen immer mehr Menschen.

Eine der Hauptursachen in Deutschland liegt darin begründet, das wir eine politische Liga haben die über die Köpfe der BürgerInnen hinwegregiert. Die Menschen bemerken seit Jahren, wie für immer mehr unter ihnen die Luft, enger wird. Die Freiheit unserer Demokratie wird nach und nach ausgehebelt. Heute geht es nicht mehr um Teilhabe für alle Menschen in Deutschland. Heute geht es um krankes Wirtschaftswachstum, um Exporte an denen nur einige wenige verdienen. Das Volk verarmt. Und je mehr es verarmt desto mehr wird es geknebelt und gedemütigt. Das macht vielen Menschen große Angst, machte sie fassungslos und oft auch sehr zornig. Große Angst macht besonders die Kriegslust der heutigen Politiker. Bis auf ganz wenige Ausnahmen versucht niemand mehr eine Friedenspolitik, geschweige denn eine gesunde Sozialpolitik zu betreiben.

Die regierenden Politiker sind auch nur Menschen. Wenn sich unter ihnen aber mehrheitlich nur noch habgierige Menschen befinden, dann ist es kein Wunder wenn unsere Demokratie, unsere Bürger-, Völker- und Menschenrechte in Gefahr sind und ausgehebelt werden. Der Mensch verkommt zum Spielball und Handelsware der Politiker und Wirtschaftselite.

Heute kommt es schon lange nicht mehr darauf an was ein Mensch kann, sondern es kommt darauf an wie man den einzelnen Menschen ausnutzen kann. Wie man ihn möglichst unsichtbar gut unter Zwang setzen kann, damit er das tut was die Eliten ihm abpressen wollen. Nein, es ist kein gutes Deutschland mehr. Es ist nicht mehr das Deutschland was es noch vor der Einheit war. Auf beiden Seiten hat die Bevölkerung mehrheitlich viel verloren. Vorgespiegelt bekommt sie aber täglich das es ganz anders wäre. Das Volk weiß schon lange das es belogen wird, es fühlt es auch, doch es weiß nicht was man dagegen tun könnte. Die älteren BürgerInnen des Westens sind oft erschöpft, verzweifelt und haben so viele schlaflose Nächte wie nie zuvor in ihrem Leben. Sie lernten das man den Anfängen einer beginnenden, schleichenden Diktatur und ihren Auswüchsen zu wehren hat. Doch niemand brachte ihnen bei wie man sich solcher, heute politischen Auswüchse erwehren kann. Wie wehrt man sich gegen eine Politik die nur noch mit Druck und Bestrafung regiert? Wie erwehrt man sich einer Politik, Politikern die immer neue verschärfte Gesetze erlässt so das bald fast jeder BürgerIn kriminalisiert ist?

Wie erwehrt man sich der Behauptungen von Politikern die uns sagen: „Man habe nach unten zu schauen und sich ein Beispiel an Flüchtlingen zu nehmen?“ Die Bürger lernten einst, das sie aufrecht gehen und aufrecht stehen sollen und dürfen. Das sie das Recht haben an dem von ihnen selbst, ihren Eltern und Großeltern erarbeiteten Wohlstand. Und das nur dieser Wohlstand zu Frieden in Gesellschaften führt und führen kann. Natürlich lernten sie auch zu teilen. Doch teilen kann man nur wenn man etwas zum Teilen hat.

Heute unter Hartz-IV, unter den verabschiedeten Gesetzen nach der Agenda 2010 und mit ihr der Schaffung des größten Niedriglohnsektors in Europa haben viele Menschen gar nichts mehr zum Teilen. Im Gegenteil, viele sind heute Obdachlos, viele mussten alles hergeben für das sie hart gearbeitet haben, sich ersparten und anschafften. Und diesen vielen, vom Leid gezeichneten Menschen redet man heute ein, dass sie sich ein Beispiel an den Flüchtlingen zu nehmen hätten. Woran und warum? Weil gut verdienende und eigenmächtig herrschende PolitikerInnen ihnen diesen Befehl erteilen? Weil hier im Land noch kein Waffen- und Bombenkrieg herrscht? Weil die Deutschen noch nicht über die Meere und Länder flüchten müssen?
Unsere Alten, die Krieg, Vertreibung und Flucht noch erlebten sagten oft: „Man soll niemals Schlechtes mit noch Schlechterem vergleichen“. Doch genau das fordern die Politiker heute. Wir werden darüber hinaus in Kriegssäbelgerassel hineingezogen, auch etwas das die meisten in der Bevölkerung absolut gar nicht möchten. Die meisten erwarten das die Politiker endlich wieder eine Politik des Friedens einleiten. Dem steht entgegen, dass man mehr an Waffen- und Rüstungsexporten in alle Welt verdient als am Frieden. Genau das hat die Mehrheit der Menschen schon lange erkannt.
Selbstverständlich sind fast alle bereit Flüchtlinge in unsrem Land aufzunehmen, selbstverständlich ist man bereit zum Teilen. Doch an erster Stelle hat die Politik für den Frieden zu sorgen.

Nie hatten wir soviel Unruhe auf der Welt, in Europa, in Deutschland wie es heute der Fall ist. Die Ursachen sind nicht bei den Bürgern zu suchen. Was wir benötigen sind wieder Politiker die mit den Begriffen wie: Frieden, Freiheit und ganz besonders Demokratie und Sozialstaatsgeboten etwas anfangen zu wissen.

In Ihrem Buch Zukunftsangst Einwanderung schrieb Dr. jur. Beate Winkler 1992 in ihrer damaligen Eigenschaft als Referentin des Arbeitsstabes der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung:
Beate Winkler schrieb:
Konkurrenzkampf um Arbeit, Wohnung und soziale Leistungen

Das Verhältnis von einheimischer du zugewanderter, von deutscher und ausländischer Bevölkerung wird erheblich dadurch belastet, dass sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage vieler Deutscher, vor allem von Langzeitarbeitslosen, Sozialhilfempfängern und Wohnungssuchenden, verschärft hat. Es sind die Symptome der sog. Zweit-Drittel-Gesellschaft: In unserer Gesellschaft hat eine Entwicklung stattgefunden, die die Lebensbedingungen von zwei Dritteln der Bevölkerung verbessert, aber diejenigen eines Drittels erheblich verschlechtert hat (Anmerkung von Gast: Bis heute 2015 hat sich dies mehr als nur umgekehrt.) Dafür wird von vielen die zugewanderte Bevölkerung verantwortlich gemacht, obwohl die Ursachen viel komplexer sind.

Wohnungssuchende z. B. sehen sich in fast aussichtsloser Lage und bedrückender Konkurrenz, denn in der Bundesrepublik Deutschland fehlen ca. 1,6 Millionen Wohnungen: 1 Million in den alten, 600 000 in den neuen Bundesländern. Schnell heißt es, „die Ausländer nehmen uns die Wohnungen weg“. Dabei wird vergessen, dass die aktuelle Wohnungsnot durch den Trend zur Einpersonen-Haushalten, durch den Abbau der Förderung des Sozialen Wohnungsbaus, durch den Wunsch nach größeren Wohnungen und Zweitwohnungen langfristig vorhersehbar war.

Erfahren wird der Mangel an Arbeitsplätzen, die Konkurrenz mit anderen Bewerbern um die gleiche Stelle. Ebenso schnell heißt es: „Die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg“. Dabei wird der generelle Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt vergessen, die unzureichende Arbeitsmarktpolitik vor allem in den neuen fünf Bundesländern zu wenig gesehen. Erfahren und auf die ‚Fremden’ projiziert wird zugleich die Angst vor dem beruflichen Versagen (Anmerkung Gast 2015: Heute sieht es schon wieder ganz anders aus auf dem Arbeitsmarkt. Doch jetzt projizieren unsere Politiker genau das, was einst war und heute schon lange als Überholt gilt.)

Erfahren wird gelegentlich die Bevorzugung neu zugewanderter Gruppen von Aussiedlern in einigen Leistungsbereichen der öffentlichen Hand. Das verstärkt das Empfinden von sozialer Benachteiligung. Ältere Menschen reagieren mit Unverständnis und Ärger, weil sie Leistungen an neu zugewanderte Bevölkerungsgruppen für nicht gerechtfertigt halten. Sind sie doch selbst in der Nachkriegszeit ohne solche Hilfen geblieben.

Durch die deutsche Vereinigung hat sich die Lage noch einmal zugespitzt. Die Lebenssituationen vor allem in den fünf neuen Bundesländern hat sich – wie vielfach – erwartet nicht unmittelbar verbessert, sondern für große Teile der Bevölkerung verschlechtert. Unsicherer Arbeitsplatz, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit treffen viele Menschen besonders schwer, da eine existenzielle Unsicherheit im Lebensbereich Arbeit für sie vollkommen neu ist.

Die Schere unserer ‚Zwei-Drittel-Gesellschaft’ klafft noch weiter auseinander, wenn man andere Lebensbereiche berücksichtigt: Ein Teil der gut verdienenden Mittel- und Oberschicht ist zum Verzicht auf weiteren Einkommenszuwachs bereit zugunsten von mehr Freizeit und höherem Lebensgenuß. Diese Gruppe hat in der Regel auch kaum Schwierigkeiten im Zusammenleben mit der ausländischen Bevölkerung, gibt es doch wenig Berührungspunkte und kaum Konkurrenz zum Beruf, Arbeit, Wohnung.

Es lässt sich gut vom ‚konfliktfreiem multikulturellem Zusammenleben’ reden, wenn man beispielsweise in Köln-Lindenthal oder in Berlin-Dahlem lebt: Wohnbereiche, in denen sich das ‚multikulturelle Zusammenleben’ eher auf der Ebene von Gesellschaften mit internationalen Geschäftsleuten oder Diplomaten abspielt.

Die Kinder der gut verdienenden Mittel- und Oberschicht gehen selten in eine Schulklasse mit hohem Ausländeranteil. Ihre Eltern fürchten daher kaum um den Schulerfolg, sehen sie die Förderung ihres Kindes nicht durch ausländische Mitschüler beeinträchtigt. Doch von sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen wird eine mögliche Benachteiligung durch ausländische Kinder schon wahrgenommen. Weniger wahrgenommen wird, dass in Wirklichkeit die entsprechenden Förderungsmaßnahmen fehlen, also ein Defizit bei der Schulpolitik besteht.

Ähnliches gilt für die Wohnsituation der gut verdienenden Mittel- und Oberschicht: Da die ausländische Bevölkerung in der Regel weit entfernt lebt, kann man bestehende Probleme verdrängen oder reduziert wahrnehmen und das Empfinden haben, es sei wunderschön, weltoffen zu sein, sich international zu zeigen. Dabei werden die Ängste vor Konkurrenz um Wohnung und Bildung, die Arbeitslosigkeit negiert, die bei vielen Deutschen und bei vielen Zugewanderten herrschen.

Die von dem Trend zu höherem Lebensgenuß ausgeschlossen sind, fühlen sich in ihrer sozialen Situation und in ihren Einkommenswünschen missachtet, benachteiligt und in ihren berechtigten Anliegen nicht wahrgenommen. Kulturell werden sie deklassiert, weil ihnen zunehmend die Möglichkeiten fehlen, an der gesellschaftlichen und kulturellen Fortentwicklung teilzuhaben. Von den Schwachen der Gesellschaft wird so die größte Integrationsleistung gefordert. Politisches Handeln ist gefordert, um die Verunsicherung und der Orientierungslosigkeit entgegenzuwirken aber auch sozialen Ausgleich zu schaffen. (Anmerkung Gast: Heute in 2015, also 23 Jahre nach Erscheinen dieses Buches müssen wir schmerzlich erkennen, dass die Politik in eine ganz andere Richtung ging und geht. Ein sozialer Ausgleich fand und findet nicht statt. Die Mittelschicht brach nach unten weg. Sie wurde zum Wegbrechen gebracht. Die heutige Politik hat sich ihre eigene Welt, eigene Elite und prächtige Komfortzone geschaffen. Missachtet immer mehr die Demokratie, das Grundgesetz, das Sozialstaatsgebot als auch die einstige, soziale Marktwirtschaft. Die Armut steigt und mit ihr auch das Unverständnis und die Gewaltbereitschaft innerhalb der armen Mehrheit unserer Bevölkerung).

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 31 Aug 2015 12:47 #14153

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Wenn man eine kompetente Regierung hier hätten, wüsste man erst mal die eigenen Problematiken im eigenen Land zu lösen.
Sprich Ausländer bzw. Flüchlingshass würdem den ultrarechten garnicht erst Raum geben wäre da nicht Hartz4 , " Armut im eigenen Land" "Ohne Krankenversicheung,
ohne Strom gar Obdachlos"
Menschen die hier Lebenslang gearbeitet haben teilweise schwer, müssen als Rentner zur Tafel gehen, während dessen Großkonzerne durch Steuersubventionen Milliarden an Gewinnen einfahren
Unsere Bauern können kaum noch existieren, der Mittelstand abgeschröpft in den Boden gestasmpft, schrittweiser Abbau unserer Demokratie durch nichteinhaltung unserer Grundrechte und Gesetze.

Prahlende Politiker eines der Billigstlohnländer erschaffen zu haben als Sozialdemokrat sich in diese asoziale freie Wirtschaft zu verp....
und dann diese die es weiter fortführen,

das ist asozial.

Mit einer kompetenten Regierungsführung wären alle dies Ürobleme lösbar.

Unfrieden würde dezimiert,

und dann würde man sich den anderen Problemen zuwenden können, was hat der Bürger wenn eine Regierung sich vom eigenen Volk abwendet ?

Wie Aussagekräftig ist eigentlich noch ein Amtseid ?

Jede oder fast jede Berufsbezeichnung ist geschützt, nur nicht die eines Politikers ?

Ob das jetzt hier hin passt oder nicht mir egal,

Die Menschen haben Zukunftsängste so auch vor dem Flüchtlingsstrom solange die wesentlichen Probleme im eigenen Land nicht gelößt werden wollen.

Ich sage bewusst wollen.

Da wird ein Posten zum anderen geschoben ohne je eine Ahnung gehabt zu haben.

Das ist meine Meinung als Bürger , politisch nicht geschult, und jetzt verlange ich das Politiker diese Ämter die sie ausführen wollen, studieren um nicht jeden Hinz und Kunz für Blödsinn Tür und Tor zu öffnen.

Warum dies überhaupt möglich ist entbehrt mich jeglicher Kenntnis.

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 31 Aug 2015 13:17 #14154

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Einfach formuliert ohne Bücher lesen zu müssen

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 03 Sep 2015 13:56 #14157

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Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen?

In dem 1990 erschienen Buch "aktuelles Buch zur rechtsextremen Szene" findet man ein Vorwort des damaligen regierenden Bürgermeister von Berlin 'Walter Momper'. Er brachte schon damals große Bedenken an die von den Politikern heute und bis heute nicht gelöst wurden. Ein besonders Anliegen war ihm dabei eine gerechte soziale Umverteilung, nachzulesen im letzten Absatz des folgenden Auszugs:
Walter Momper schrieb:

Von den Theken und Stammtischen Deutschlands dampft uns in letzter Zeit verstärkt ein Gemisch aus bierseligem Nationalismus und deutscher Überheblichkeit entgegen. Der Bauch regiert mal wieder den Kopf. Die, die nichts gelernt haben aus der Geschichte und auch nichts lernen wollen, erheben ihre Stimmen immer lauter den je nach 1945. Und sie finden viele Gefolgsleute an den Rändern unserer Gesellschaft. Opfer der Zweidrittel-Gesellschaft, Bürger, die ins soziale Abseits gedrängt wurden, die Angst haben vor einer Zukunft, die sie nicht mitbestimmen können, denn der technische Fortschritt hat sie ausgegrenzt.

Die explosive Mischung setzt sich zusammen aus einer anhaltend hohen Zahl von Arbeitslosen, aus steigenden Preisen und galoppierenden Mieten, aus Wohnungsnot, aus Konkurrenz mit Aus- und Übersiedlern und Asylbewerbern, die bei uns Zuflucht suchen aus wirtschaftlichem Elend und vor politischer Verfolgung und aus jahrelangen Vernachlässigungen in der Sozialpolitik, wie sie in den achtziger Jahren betrieben wurde. Diesen sozialen Sprengstoff müssen wir entschärfen. Ergänzt wird diese verbreitete negative und aggressive Grundstimmung von den Nachrichten über die zunehmende Umweltzerstörung und über das nach wie vor über uns schwebende Damoklesschwert der Rüstung. All das sehen oder ahnen die Menschen, und es macht ihnen Angst. Angst aber ist ein schlechter Ratgeber.

Deshalb müssen wir den Menschen die Angst vor der Zukunft nehmen, wir müssen jedem einzelnen wieder eine sichere Perspektive für sein Leben bieten. Perspektive, das heißt: sichere Arbeitsplätze, Eingliederung der Arbeitslosen, Wohnungen zu bezahlbaren Mieten. Eine Perspektive, die sich nicht – wie bei der rechten Szene seit eh und je üblich – in verschwommenen Bildern von Volksgemeinschaft und Haß auf alles Fremde erschöpft.

Wir müssen die Frage der sozialen Umverteilung wieder auf die Tagesordnung setzen. Es ist nicht länger erträglich, dass auf der einen Seite die großen Unternehmen und Banken Gewinne einstreichen, wie nie zuvor und auf der anderen Seite der öffentliche Sektor immer weiter zurückfällt und das Geld selbst für wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgaben fehlt.

Walter Momper
Regierender Bürgermeister von Berlin

Seit diesem Vorwort sind 25 Jahre vergangen und alles ist nur noch schlimmer geworden. Zwar findet eine Eingliederung von Arbeitslosen in HartzIV statt. Doch diese Eingliederung "EGV", wie sie heute nur um Zwang gegen die Arbeitslosen zu erzielen angewandt wird, hat Walter Momper diese sich so vorgestellt? Kennt er sie überhaupt? Kennt er die menschenverachtende Praxis gegen die Menschen in HartzIV? Die Arbeitslosenzahl ist gesunken aber die Armut gestiegen. Mehr Arbeit weniger Geld.

Zurück zur sozialen Politik, zum Sozialstaat auch das findet nicht statt. Was wir heute erleben ist das krasse Gegenteil von dem. Die Politik der letzten 25 Jahre hat sich immer weiter vom Begriff ‚sozial’ entfernt. Nie war die deutsche Politik weiter vom Begriff „Demokratie“ seit 1945 entfernt wie es heute der Fall ist. Heute müssen die Menschen schon wieder, ganz generell, um ihre Meinungsfreiheit fürchten. Und die Kriegsangst steigt.
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