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THEMA: Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen?

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 27 Jul 2015 18:17 #14088

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Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? Die Frage stellen sich heute mehr Menschen denn je. Diese Fragen und die damit verbundenen Ängste treiben fast alle von uns um. HartzIV hat die schlechte soziale Lage innerhalb Deutschlands für viele Menschen immer mehr verschärft. Ungezügeltes immer schnelleres Wirtschaftswachstum hat der Mittelschicht in Deutschland nicht wirklich geholfen. Weltweit steigen gefühlte Armut und Unfriede (Kriege). Doch was kann man tun? Ist man (wer immer das sein mag) überhaupt noch an friedvollen Lösungen der dramatischen Lagen interessiert?

Immer wieder wird hier im Forum, unter vielen anderen Carl Friedrich von Weizsäcker mit Zitaten aber auch seinen Büchern "Der bedrohte Friede" und "Der bedrohte Friede - heute" zu den Themen bemüht.

Wenn es doch soviel Wissen gibt aus seinen Büchern, wieso werden diese dann nicht zur Lösung der Probleme herangezogen? Wer von den heutigen Politikern hat die Bücher gelesen? Wer aus dem Volk kennt sie und hat sie gelesen? Warum werden alte gute Erfahrungen samt Wissen derart ignoriert? Liegt es daran das wir heute alle zu einer Generation der Besserwisser mutiert sind? Wollen wir besser wissen oder wissen wir besser? Und wenn wir besser wissen, wieso werden die Probleme immer größer statt kleiner?
Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb:
Auszug aus dem Buch "Der bedrohte Friede - heute" (1994)

Wie die Armut rechtzeitig zu überwinden wäre, läßt sich sehr schwer sagen. Aber wenigstens lassen sich Strukturen in der Weltwirtschaft nennen, welche die Armut notwendigerweise erzeugen und verschärfen. Die Schuldenkrise sein ein Beispiel. Es war vor zwanzig oder dreißig Jahren ein plausibler Gedanke, als Entwicklungshilfe den armen Ländern, zumal Lateinamerikas, große Summen zum Aufbau der Industrie zu leihen. Aber das Wachstum gelang nicht im erhofften Tempo. Zinsen und soweit möglich, Rückzahlung der Schulden erforderten international zahlungsfähige Guthaben, die nur durch Export der von der neuen Industrie und der Landwirtschaft erzeugten Güter in die reichen Länder geschaffen werden konnten. Damit aber blieben für den Wohlstand der einheimischen Bevölkerung keine Produkte mehr übrig. Die Entwicklung war de facto eine Verlagerung der Produktion der Industrieländer in den armen Süden, mit billigen Arbeitskräften. Das Ziel der Entwicklung, die Überwindung der Armut, wurde verfehlt. Damit zugleich wuchs die Schuldenlast und die Angst der Geldgeber um ihre Guthaben im Süden. Die klare Erkenntnis nördlicher Finanzleute, wie z. B. Herrhausen von der Deutschen Bank, daß die Schulden schlicht erlassen werden müßten, hätte zumal von der amerikanischen Regierung große Einsätze zur Rettung amerikanischer Gläubiger-Banken verlangt, und das wagte man innenpolitisch nicht durchzusetzen. Das ist eines der Beispiele dafür, wie die Innenpolitik der reichen Nationen das allen Nationen (auch den reichen!) gemeinsame Interessen zu Fall bringen pflegt.

Was waren die politischen und mentalen Folge? In der Ära des Kalten Krieges lag es der Sowjetunion nahe, den Zorn des Südens über die nordwestliche Vorherrschaft im Interesse ihrer eigenen Hegemonialpolitik auszunützen. Dies lag auch im innenpolitischen Programm des Kommunismus, freilich wieder weit entfernt von der Marxschen Analyse, welche die proletarische Revolution gerade in Industrieländern erwarten mußte. Real blieben die Folgen daher auch gering. Kuba, das sich öffentllich ausdrücklich an die Sowjetunion anlehnte, bedurfte ständiger finanzieller Hilfe von dort, um den Wohlstand im sozialistischen System aufrechtzuerhalten. Das Ende dieser Unterstützung in der Ära Gorbatschow enthüllte die immanente Schwäche auch des kubanischen Staatssozialismus.

Doch ist das Scheitern des sowjetischen Konzepts noch kein Sieg des westlichen Konzepts. Auch wo heute die südlichen Regierungen die Stütze der nordwestlichen Regierungen haben, bleiben die unvermeidlichen Konflikte in den Bevölkerungen ungelöst. Zum Teil verschieben sie sich in die nationalen oder Stammes-Identitäten (letzteres z. B. in Afrika), zum Teil in die Interessen mafioser Gruppen. Augenzeugenberichte aus lateinamerikanischen Ländern vom "unverhüllte Krieg" solcher Gruppen sind erschreckend.

In dieser Lage sieht es für viele Angehörige dieser Völker als einzige Hoffnung aus, in die reichen Länder des Nordens auszuwandern. Die spanischsprechende Infiltration in den Vereinigten Staaten, die Flucht zahlloser Algerier nach Frankreich, der Anblick eines Londoner U-Bahn-Waggons mit lauter indischen und schwarzen Gesichtern belehrt uns darüber. Der Migrationsdruck wohl einer Milliarde von Südländern kann sehr wohl eines der größten politischen Probleme des Nordens in den kommenden zwanzig Jahren werden.

Das Problem des Südens ist ungelöst. Ist das, was wir haben Friede? Bleibt es wenigstens bei der relativen Beherrschbarkeit des Südens und vielleicht Osteuropas durch den Nordwesten? Ist der Buchtitel "Der bedrohte Friede - heute" abwegig?

Rückblick: Vertiefung der Frage.
Warum stehen wir vor so vielen ungelösten Problemen? Ist dies vielleicht einfach das Bild, das die Menschheitsgeschichte einem hinreichenden Durchblick zu jeder Zeit ihres nur einige Jahrtausend dauernden Verlaufs in Hochkulturen geboten hätte? Kennen wir nicht sorgenvolle Äußerungen aus jedem Jahrhundert, Aufrufe zur Besserung aus allen vergangenen Zeiten? Oder wohnen unserem Jahrhundert oder gar unserem Jahrzehnt besondere Gefahren inne?

Ich wage den Versuch der Antwort: Die Menschheit kann ihre verfügbare Macht durch intellektuelle Einsicht in Kausalitäten, Technik und Organisation nicht ständig steigern und gleichzeitig ihre wirksame Ethik, ihre reale Moral auf der Stufe lang vergessener Zeiten stehenlassen, ja, die überlieferte Ethik sogar als unmodern weiter verkommen lassen. Ich versuche dies durch eine anthropologische Betrachtung menschlicher Geschichte im einzelnen zu erläutern.

Weiteren Inhalt kann man dem o. a. Buch gerne selber entnehmen.

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 29 Jul 2015 11:41 #14089

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Die Fluchtursachen muss man bekämpfen und nicht den Flüchtling, schrieb zum Beispiel Beate Winkler in ihrem 1992 erschienen Buch "Zukunftsangst Einwanderung". Dr. jur. Beate Winkler war 1992 Referentin im Arbeitsstab der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung. In ihrem Buch geht sie sehr anschaulich auf die Probleme ein. Deutlich wird auch beschrieben, dass und warum seit 1989 der Rassismus in Deutschland wieder ansteigt. Hier weißt sie insbesondere auf die neuen fünf Bundesländer und deren politische Prägung hin. Und auch wie die Gesinnung innerhalb der Politik, zu der damaligen Zeit, in Deutschland beschaffen war. Dazu ein Auszug aus dem Buch:
Beate Winkler schrieb:
Auszug aus ihrem Buch "Zukunftsangst Einwanderung" erschienen 1992 Beck'sche Reihe

15. Unzulängliche Antworten der Politik

Vor allem die der Politik zuzurechnenden Defizite belasten das Zusammenleben der zugewanderten und einheimischen Bevölkerung.

Wahltaktische Manöver: Gerade die Ausländerpolitik ist häufig Spielball kurzfristiger Strategien, wird vor allem bei Wahlen je nach Bedürfnis hochgespielt und zu emotionaler Mobilisierung von Wählerstimmen mißbraucht. Besonders auffällig ist dies seit Jahren vor bayerischen Kommunal- und Landtagswahlen. Die Bedürfnisse des rechten Wählerrandes - so die Meinung vieler Politiker- und Politikerinnen - müßten erfüllt werden. Gegen falsche Informationen, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit oder gar Rassismus anzugehen, eindeutig Position zu beziehen, blieb die Ausnahme.

"Deutschland ist kein Einwanderungsland"
: So heißt die beschwörende Formel von vielen Politikerinnen und Politikern. Dabei hat kein Land in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg so viele Menschen dauerhaft aufgenommen wie die Bundesrepublik Deutschland. 15 Millionen waren es. Schon die Tabuisierung von Begriffen wie ‚Einwanderung‛, ‚Einwanderer‛, ‚Einwanderungspolitik‛ beeinträchtigt die Beschäftigung mit den Problemen und die Entwicklung der notwendigen Konzeptionen und Strategien.

Mangel an Konzeptionen: Es fehlt eine aufeinander abgestimmte Migrations-, Integrations- und Minderheitenpolitik, die sowohl die unterschiedlichen Gruppen übergreifend erfaßt als auch alle wichtigen Lebensbereiche berücksichtigt und differenzierte Lösungsmodelle anbietet.

Fehlendes Steuerungsinstrumentarium: Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich längst in einer echten Einwanderungssituation, ohne formal Einwanderungsland zu sein und damit die Möglichkeiten der Steuerung der Einwanderungsprozesse zu haben, wie sie einem Einwanderungsland zur Verfügung stehen. Dort ist man auf die Einwanderung vorbereitet, hat entsprechende Steuerungsinstrumentarien z. B. Quotierungen, geschaffen, in der Regel auch eine Infrastruktur aufgebaut, die die Eingliederungsprozesse erleichtert, und Regierungsstellen geschaffen, die für den Steuerungs- und Integrationsprozeß zuständig sind.

Keine langfristige Zukunftsperspektive: Die Notwendigkeit, Konzeptionen für eine unserer wichtigsten und schwierigsten Zukunftsaufgaben zu erarbeiten, wird oft bewußt oder unbewußt verdrängt, häufig aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen, wenn man sich für das Zusammenleben mit ethnischen, kulturellen, religiösen Minderheiten positiv einsetzt.

Verlust an Vertrauen in Politik: Die Wahlbeteiligungen sinken. Bei den *Bremer Landtagswahlen im Herbst 1991 waren es beispielsweise knapp über 60% der Wahlberechtigten, die zur Wahl gingen. *(Anmerkung Gast: Im Jahr 2011 war die Wahlbeteiligung bei den Bremer Landtagswahlen auf knapp über 50% gesunken) Nach Auffassungen von den Wahlforschern handelt es sich um eine allgemeine Trendaussage. Viele trauen der Politik nicht mehr zu, die anstehenden Fragen zu lösen oder überhaupt anzugehen. Das Ansehen von Politikern und Politikerinnen ist gesunken. Das fehlende Vertrauen trifft nicht nur die einzelne Person, sondern die politischen, demokratischen Parteien insgesamt. Untersuchungen, die 1989 im Zusammenhang mit dem Wahlerfolg der „Republikaner“ durchgeführt wurden, haben diesen Befund unterstrichen.

„Aussiedler gegen Ausländer“: Um parteiinterne Konflikte zu verdrängen, den Mangel an politischen Konzeptionen zu verdecken und von sozialen Konflikten abzulenken, werden von den Parteien selbst oft Ängste geschürt und die Gruppen gegeneinander *ausgespielt: Aussiedler und Übersiedler gegen ausländische Arbeitnehmer, Flüchtlinge oder Asylsuchende. Je nach politischer Grundeinstellung wird die Verantwortung gegenüber den ‚guten‛ Aussiedlern hervorgehoben, gegenüber den ‚schlechten‛ Flüchtlingen abgelehnt. „Aussiedler sind keine Ausländer“ hieß es beispielsweise in großen Werbekampagnen. (*Anmerkung Gast: Diese Form der Ausspielung findet heute 2015 noch verschärfter statt. Mittlerweile auch innerhalb der eigenen Bevölkerung. Besonders Langzeitarbeitslose HartzIV = schlecht, dumm, faul, hingegen Berufstätige im Niedriglohnsektor = zwar auch noch unteres Bildungsniveau aber dennoch bessere Menschen. Es gibt noch viel zu viele weitere Varianten der immer stärker um sich greifenden Vorurteilsschürung durch die Politik zu beklagen.)

„Positionen und Grundwerte der politischen Mitte gehen verloren: Um rechtsextreme Wähler einzubinden, wurden in den letzten Jahren Positionen und Grundhaltungen, die der politischen Mitte zugerechnet werden, in immer stärkeren Maße in Frage gestellt oder aufgegeben. Extrem rechte Positionen wurden mit enttabuisiert und gesellschaftsfähig gemacht.

Fluchtursachen werden unzureichend bekämpft: Mit Gesetzen, mit Beschleunigung des Asylverfahrens will man den Einwanderungsdruck mildern. So wurde die Visapolitik rigider, die Grenzkontrollen verstärkt. So will man der Bevölkerung vermitteln, daß man etwas täte gegen die diffuse Angst vor Einwanderung. Doch die globalen und nationalen Grundkonflikte bleiben meist unbenannt. Die Fluchtursachen muß man bekämpfen und nicht den Flüchtling.

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 30 Jul 2015 19:49 #14091

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Wer unter uns würde nicht vor Bomben, Krieg und sonstiger Gewalt fliehen wollen und vor allem müssen? Wie furchtbar ist es dann, wenn man an dem Ort, von dem man Schutz erhofft, weiter attackiert wird? Wieso ist es nicht möglich in einer, von so vielen gewünschten globalen Welt der Wirtschaftsbeziehungen und mehr, einen globalen Weltfrieden hinzubekommen? Wer flüchtet schon freiwillig aus seiner Heimat? Das Zeitalter der totalen Habgier, des Neids und des absoluten gegenseitigen Bekriegen scheint mehr als nur angebrochen zu sein. Statt den Schirm des gemeinsamen Schutzes zu finden passiert das Gegenteil. Warum??? Wer mag in eine solche Welt noch Kinder gebären?

Ein Flughafen, eine Bank und ein Rathaus für Flüchtlinge 22 Aug 2015 14:17 #14142

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Ein Flughafen, eine Bank und ein Rathaus für Flüchtlinge

Ich kann es wirklich nicht fassen. Wie viele stelle ich hier die Frage: Wann gehen die Politiker die Fluchtursachen und deren Lösung an? Wer hat denn das europaweite Chaos verursacht? Nicht die Menschen die heute ins Scharen flüchten, es kommt ja einer Völkerwanderung gleich. Die Probleme werden nicht durch immer größere und teurere Erstaufnahmestellen gelöst.

Seit Jahrzehnten laborieren Politiker an den Ursachen herum und das leider wie immer hoch unqualifiziert aber hoch bezahlt durch Steuergelder und Lobbyismus-Pflege. Während es im Land selber und für die Menschen immer ungemütlicher wird. Das Verhalten unserer Politiker ist unverantwortlich.
rbb schrieb:
Ein Flughafen, eine Bank und ein Rathaus für Flüchtlinge



Auf der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge in Berlin wird der Senat kreativer - und verzweifelter. Nach dem Rathaus Wilmersdorf und der alten Landesbank Berlin soll nun auch das Flughafengebäude Tempelhof für Flüchtlinge genutzt werden. Denn jeden Tag brauchen mehr Menschen einen Schlafplatz – und bald beginnt der Herbst.


Der Berliner Senat überlegt, verschiedene neue Gebäude als Flüchtlingsunterkünfte oder Erstaufnahmestellen zu nutzen. Die jüngste Idee: Das ehemalige Flughafengebäude Tempelhof könnte mit seinen rund 20 Schaltern zur Erstaufnahmestelle umgebaut werden. Das berichten Zeitungen am Freitag. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) habe das Gelände bereits besichtigt, sagte der Sprecher der Tempelhof-Projekt GmbH, Holger Lippmann.

Quelle weiterlesen: www.rbb-online.de/politik...-in-berlin.html

Armut, Angst, Flüchtlingsproblematik, Kriege, Unfrieden lösen? 23 Aug 2015 12:02 #14144

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Friedenskonferenzen und mehr die komplett im Internet fehlen.

Leider fehlen im Internet viele wichtige Informationen was in diesen Jahren, und auch davor an Konferenzen und Aktionen in Deutschland liefen. Zum Beispiel zur damaligen Problematik des Krieges in Jugoslawien. Eine der ersten Konferenzen lief zum Beispiel damals in Duisburg ab. Anwesende unter anderem Willy Brandt SPD und Dr. Rupert Neudeck Mitgründer von Cap Anamur und Deutsche Notärzte eV . Letzteren könnte man ja mal danach fragen.

Man sollte sich nicht nur auf Informationen aus dem Internet verlassen, denn diese sind oft alles andere als umfassend und richtig.
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