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Hier stellt Matthias Dilthey sein bereits in den 90er Jahren entwickeltes "emanzipatorisches bedingungslose Grundeinkommen", das "Dilthey-Modell vor. Dilthey verbindet sein Modell unabdingbar mit dem "emanzipatorischen Sozialstaat".

User haben die Möglichkeit hier mit ihm zu diskutieren, und sich über Twitter in die Liste einzutragen um mit zu zwitschern.

THEMA: Über die Arbeit

Über die Arbeit 19 Jun 2014 16:28 #12949

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MatthiasDilthey, Ist Ihnen klar, dass alle Menschen die entlassen werden unter den Druck der Regierung geraten? Solange es kein BGE Grundeinkommen gibt sind die Qualen für viele unvorstellbar groß. Arbeitslosigkeit bedeutet den Gang zum Jobcenter, viele trauen sich da schon nicht mehr hin. Was sicher im Sinne der Politik sein dürfte, denn diese spart somit die Gelder, die jeder von uns mal einzahlte ein.

Herr Dilthey ist Ihnen bekannt wie viele schon obdachlos wurden durch die heute politischen Handlungsweisen? Die Firmen reduzieren auf unser aller Kosten die Arbeit. Wir werden fertig gemacht bei den Behörden und müssen unvorstellbare Kämpfe und Krämpfe hinnehmen um unser Recht auf Teilhabe zu erhalten. Viele gehen in den Suizid und das Volk schaut weg, die Politik macht munter weiter. In Deutschland lässt sich von sozialer Teilhabe und Sozialstaatsgebot kaum mehr etwas bemerken.
12. Juni 2014

Anstieg der Suizidzahlen Job weg, Ansehen weg, Hoffnung weg

Angst um Arbeitsstelle und Wohnung, wachsende Schuldenberge - die Finanzkrise bedroht die Existenz vieler Menschen. Psychiater schlagen nun Alarm: Die Krise sorge dafür, dass die Rate der Selbsttötungen ansteige.

Quelle: www.sueddeutsche.de/wisse...g-weg-1.1994847
Anmerkung zum verlinkten SZ-Artikel: Laut eigener langjähriger Studie, konnte ich keinen Abfall in 2012 erkennen. Todesfälle, durch Verhungern, Herzstillstand durch psychischen Druck, steigende Alkoholtote durch unmöglichen Leidensdruck, verschleppen von Krankheiten mit Todesfolge in Ermangelung von Krankenversicherung werden wohl aus der Statistik gefallen sein? Der Hinweis auf die Telefonseelsorge im Artikel war wohl gut gemeint, hilft in der Regel kaum. Die Telefonleitungen der Telefonseelsorge sind oft überlastet. Wiederholungsanrufer werden teilweise sogar blockiert. Die Telefonseelsorge kann auch nicht gegen die tägliche Not helfen. Die Not ist das mangelnde Geld und der unnötige, perverse Druck durch die Behörden, der durch den Gesetzgeber so in Gang gebracht wurde und dessen Verschärfungen noch mehr Leid verbreitet.

Zurück zu meiner Antwort auf ihren Beitrag Herr Dilthey:

Rationalisierung der Arbeitsplätze, dagegen lässt sich sicher nicht sagen, dann aber bitte nicht auf Kosten von Menschenleben.

Man fragt sich täglich ob wir schon in einer Welt der Nachrichtensperre leben. Was wirklich in den Behörden abläuft kommt kaum an die Öffentlichkeit.

Es wird eine Ausgrenzung und Hetze gegen, die Arbeitslosen betrieben wie ich sie so noch nie erleben musste. Selbst den Dümmsten müsste es dämmern was abläuft. Die vielen Arbeitslosen bekommen meistens nie wieder eine Stelle von der sie sich selber ernähren können. Wohingegen die Unternehmer und der Staat, die Politiker selber, immer reicher werden und wild mit unseren Sozialabgaben für ihre Belange hantieren. Der Schaden an der deutschen Bevölkerung mehrt sich täglich, ganz entgegen des abgegebenen Eides der Regierenden.



Man gestatte mir hier die Frage in die Öffentlichkeit, mit der Bitte um Einsicht und Hilfe für die schon heute Millionen Betroffenen:

Geschichtliche perverse Wiederholung in modernen, veränderten Gewandt?

Es ist keine Bagatelle was sich unter unser aller Augen abspielt, man müsste nur hinsehen wollen. Politisch ist ja die Partei "Die Linke" sehr aktiv auf dem Gebiet von Hartz-IV, doch leider haben auch diese bis heute keine Lösung für die Menschen bringen können. Warum eigentlich nicht? Wir haben ein Grundgesetz und dessen Artikel 20 (4) und der sollte nun endlich greifen. Bevor auch an diesem noch herum manipuliert werden kann.

Über die Arbeit 19 Jun 2014 19:20 #12950

Werter Gast!

Vielen Dank für Ihren Beitrag, dem ich emotional auch vollumfänglich zustimme. Auch ich bin mit dem Spruch "arbeite was, dann hast du was" erzogen worden. Abgesehen davon, dass auf Grund der fortgeschrittenen Automation einfach nicht mehr ausreichend bezahlte Erwerbs-Arbeit für Alle vorhanden ist, hat sich dieser Spruch wegen des Lohn-Dumping als große Lebenslüge erwiesen.

Wohlstand durch Arbeit?
Kaum einer kommt heutzutage mit ausschließlicher Erwerbsarbeit zu Wohlstand, nicht mal zu bescheidenem! Und "die breite Masse" schon gleich gar nicht: Mehr als 40 Prozent der Menschen innerhalb der Europäischen Union können plötzliche notwendige höhere Anschaffungen oder Reparaturen von mehr als 940 Euro nicht aus der eigenen Tasche bezahlen. Mehr als jedem Dritten (39,6 Prozent) fehlt das Geld für eine Urlaubsreise von wenigstens einer Woche schrieb Die Zeit unlängst unter Berufung auf das Statistische Bundesamt.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Hinterfragt man den Sinn und die Notwendigkeit vieler Erwerbsarbeiten, kann man zu keinem anderen Schluss kommen als dem, dass viele Arbeiten weder sinnvoll noch notwendig sind.
Denn ein Unternehmen möchte produzieren und/oder verkaufen. Daher kann ein Unternehmen nur Arbeitnehmer entlassen, die für den Arbeits-/Verkaufsprozess nicht notwendig sind. Andernfalls würde das Unternehmen sich ja selbst schädigen. Daraus folgt, dass die Menschen, die diese Arbeiten bisher ausgeführt haben, sinnlose -weil nicht notwendige- Arbeit geleistet haben.
Ich stelle mir ernsthaft die Frage, wie masochistisch muss man veranlagt sein, sein Leben mit sinnloser (Erwerbs-)Arbeit zu vergeuden?
Dieser Masochismus geht so weit, dass z.B. die Gewerkschaften das künstliche Aufrechterhalten unnötiger Arbeitsplätze mit einem Lohnverzicht bezahlen. Die Arbeiter, die diese durch Lohnverzicht "geretteten Erwerbsplätze" bedienen, verhuren sich doch auf billigste Art und Weise. Und die Gewerkschaften betätigen sich als schlimme Zuhälter!
Wo bleibt die "geistigen Nahrung" bei sinnloser -weil unnützer- Erwerbsarbeit?

Wir müssen die Sinnesverbiegung wieder korrigieren!
Auch bei wohlwollendster Betrachtung kann ich nichts, aber auch gar nichts, Positives daran finden, wenn sich Menschen in Konkurrenz mit Maschinen oder Roboter begeben. Arbeiten, die automatisierbar sind, haben Maschinen zu verrichten, nicht der Mensch. Jede andere Sichtweise ist purer Sadismus und ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenrechte.
Es ist weder bewundernswert, noch nachahmenswert, geschweige denn heroisch, Erwerbsarbeiten zu verrichten, die so schlecht bezahlt werden, dass man aufstocken muss. Entweder die Arbeiten sind notwendig, dann werden diese Arbeiten auch entsprechend ihrer Notwendigkeit bezahlt oder sie können, weil weder sinnvoll noch notwendig, entfallen.
Wenn Arbeitsplätze wegbrechen, weil diese Tätigkeiten heute weder sinnvoll noch notwendig sind, dann ist das für die davon Betroffenen kein Grund, sich schuldig oder schlecht zu fühlen. Ganz im Gegenteil: die Betroffenen sollten stolz auf die technologischen Leistungen sein und sich darüber freuen, dass sie endlich ihr Leben leben können, ohne von der Erwerbsarbeit gegängelt zu werden. Denn die wirklich Reichen im Land sind die Erwerbsarbeitslosen. Sie sind reich an Zeit, können sich -ganz im Gegensatz zu denjenigen, deren Leben durch die Erwerbsarbeit eng getaktet ist- um die wichtigen Dinge das Lebens (Familie, soziale Tätigkeiten, Selbstentfaltung etc.) kümmern und mit Freude dem Kollegen Roboter bei der Arbeit zusehen.
Menschen, die solch unterbezahlte Tätigkeiten zum Erwerb annehmen, dass sie ihre Familien damit nicht ernähren können, sind bedauerliche Kreaturen ohne Stolz und Rückgrat. Oder durch den Staat gebrochene, willfährige Sklaven, die von noch willfähigeren Sklaventreibern zu solch menschenunwürdigen Arbeiten genötigt werden.

Es wird der Tag kommen
Es wird der Tag kommen, an dem sich viele Politiker und die Mitarbeiter der heutigen Exekutive wegen Verstoßes gegen die Menschlichkeit vor ordentlichen, weil gerechten, Gerichten werden verantworten müssen.
Auch wenn diese Menschenschinder heute noch glauben, nichts Unrechtes zu tun, so kann ich denen nur sagen, dass sich viele heute Verurteilte aus den Zeiten des 3. Reiches oder auch aus der DDR zum damaligen Zeitpunkt ihrer Verbrechen keiner Schuld bewusst waren ...

Ach ja, da wäre noch etwas zu sagen
Schuld an dem heutigen Leid der vielen Millionen Menschen, die, wie in den allermeisten Fällen unverschuldet, in Erwerbslosigkeit festsitzen oder aus Angst vor mangelndem Auskommen zur Arbeit getrieben werden, sind nicht die Betroffen. Schämen und sich schuldig fühlen müssen sich all diejenigen, die gegen ein Emanzipatorisches BGE sind. Nicht die Erwerbslosen, denn für die arbeitet Kollege Roboter. Die Erwerbslosen haben nicht darum gebeten. Der Kollege Roboter war einfach da!
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit, ob was passiert. Wenn es dann kein Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”...

Über die Arbeit 19 Jun 2014 20:30 #12951

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Herr Dilthey, selbst wenn ich mit Ihren Ansichten weit konform gehe, so hilft dies nicht gegen die Tatsache, dass viele Erwerbslose nicht mehr weiter wissen. Mit dem zu wenig an Teilhabe sitzt jeder der davon betroffen ist oft in einer nicht mehr lösbaren Klemme. Erst in der finanziellen und dann in der seelischen. Da hilft allein die Hoffnung auf ein BGE nicht. Darüber hinaus hilft die Freizeit auch nichts solange man keine Teilhabe hat. Die meisten Hartz-IV-Empfänger sind Getriebene durch die Behörden (Jobcenter) und arbeiten nur noch zur Befriedigung derselben. Hoffen wir trotz allem mal, dass Sie Recht behalten und sich die Verursacher des Verbrechens eines Tages, noch zu ihren Lebenszeiten, vor einem Menschenrechtsgerichtshof zu verantworten werden haben müssen.

Bleibt noch zu bemerken, dass die vielen Fälle durch oft jahrelanger Antrags- und Verfahrensverschleppungen bis heute kaum Aufmerksamkeit erhalten. Diese erhalten keinerlei Hilfen und es sind nicht wenige. Leider scheint es dazu noch keine Statistiken zu geben. Ein BGE würde vielen endlich den Druck und die wahnsinnigen Ängste nehmen. Noch denke ich, wird es eine Utopie bleiben. Utopie weil der Glaube an den Arbeitsfetischismus tief in den Köpfen einer großen Mehrheit verankert ist.

Über die Arbeit 20 Jun 2014 01:29 #12952

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Die Hetze gegenüber Erwerbslosen ist ja erfolgreich.Keiner muss in Deutschland verhungern, durch Medien weitverbreitete Meinung
Was macht man wenn der Strom und der Wasserhahn abgestellt ist?
was wenn man trotz Arbeitsunfall und geringer Rente zum Amt betteln gehen muss?
Man mit Lebensmittelgutscheinen aber kein Katzen oder Hundefutter kaufen kann, das liebste noch versagt wird?
das heist kämpfen ums nackte überleben. Froh sein kann der noch ein oder 2 wahre Freunde hat zum duschen gehen und Wäsche gewaschen zu bekommen.
Das alles sind leider keine Einzelfälle mehr.
Menschen haben einfach nur noch Angst.Jegliche Form von unnützer Arbeit sollte verboten sein.
Ich frage mich warum so manch einer seinen Stuhl noch warm halten kann.
Nötige Hilfe wird verweigert aber kehrseitig Milliarden verpulvert.
Wer diese Situationen nie erleben musste weiss auch nichts darum.

Machen sie weiter es gab und gibt mir viele Denkanstösse

Mit freundlichen Grüßen
aber bevorzugt anonym bleibend

Über die Arbeit 20 Jun 2014 11:14 #12953

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Was hier zu lesen steht dem kann ich nur voll zustimmen. Bitte weiter so. Was scharf zu bemängeln ist, ist die Tatsache, dass selbst die Parteien und Vereinigungen die nach Grundeinkommen rufen, die die direkte Demokratie fordern, die, die Hartz-IV und Sanktionen abschaffen wollen und es seit Jahren beteuern es zu wollen, nicht in der Lage zu sein scheinen sich in breiter Solidarität zu üben.
Sie wollen etwas ändern, grenzen aber oft selber die aus, deren Wissen und bereits gemachte Arbeiten sie für sich selber abschöpfen. Gleichzeitig prangern sie die an, die es so wie sie es selber tun einst taten. Glaubt wirklich jemand das man so friedvolle, notwendige Ziele erreichen kann? Befinden sich nicht auch gerade unter den so Fordernden und Handelnden viele denen es um eigenes Machtstreben geht? Für mich stellt es sich oft so dar, das die Armut und die Missstände von viel zu vielen nur zum Selbstzweck der eigenen Interessen herhalten müssen.

Auf den Treffen der Grundeinkommenszene befinden sich meistens nur die, die selber weder von Armut noch von Ausgrenzung betroffen waren oder sind. Etwas das mir seit Jahren mehr als nur zu denken gibt. Sie machen ein Thema zu ihrer Sache, reden, diskutieren und streiten Jahre ohne denen, deren Thema, Sorgen und Nöte sie für sich in Gebrauch nehmen, tatsächlich die Hilfe zuteil werden zu lassen die diese benötigen.

Schwache Leistung!

Damit hier keine Missverständnisse entstehen die Schelte geht nicht gegen Bürgermeinungen und das Portal.
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