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Hier stellt Matthias Dilthey sein bereits in den 90er Jahren entwickeltes "emanzipatorisches bedingungslose Grundeinkommen", das "Dilthey-Modell vor. Dilthey verbindet sein Modell unabdingbar mit dem "emanzipatorischen Sozialstaat".

User haben die Möglichkeit hier mit ihm zu diskutieren, und sich über Twitter in die Liste einzutragen um mit zu zwitschern.

THEMA: Über die Arbeit

Über die Arbeit 21 Jun 2014 19:39 #12984

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  • Menschenfreund
Wir brauchen solange nicht mehr zu diskutieren, solange die Verleugner die Wahrheit halten. Bis heute hielten sie diese immer. Es war schon immer so. Hilfreich ist es nicht aber Fakt. Also fügen wir uns den Gegebenheiten.

Über die Arbeit 23 Jun 2014 11:55 #12988

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  • Gast
Viele suchen nach Arbeit ohne Aufstockung beantragen zu müssen.

Bei mir ist es im breiten Bekanntenkreis tatsächlich so, dass kaum einer mehr eine solche Arbeit hat und bekommt. Davon betroffen sind die meisten ab 50 Jahre, hinter denen schon lange Jahre Arbeit liegen. Qualifikationen über Qualifikationen in der Tasche aber tatsächlich keine Möglichkeiten mehr. Unverständlich das bei solch bestehenden Tatsachen nicht viel mehr darüber in die Öffentlichkeit gelangt. Da kriegt man schon große Angst wenn man weiß keine Arbeit, immer ärmer und vor allem älter werdend. Die Energie schwindet unter dem Stress und das Alter macht sich schneller bemerkbar. Hinzu kommt der Druck der Jobcenter und Gesellschaft. Besonders die jüngeren haben oft keinen Respekt mehr von unserer Arbeits- und Lebensleistung. Wir sollen uns mehr anstrengen und positiv in die Zukunft sehen. Sicher, haben wir alle mal getan aber irgendwann ist der Punkt der Kraft überschritten. Man hätte ja von sich selber nie geglaubt mal so kraftlos und fertig zu sein. Da hat man über 40 Jahre hart gearbeitet und von heute auf morgen steht man vor dem Nichts. Geht vielen so, ist aber kein wirklicher Trost. Tatsächlich bekommt man Angst vor der Zukunft und vor dem Alter. Man wird sensibler und entwickelt Ängste die man vorher an sich selber nie kannte. In der Gesellschaft stößt man aber immer wieder auf Unverständnis. Was auch nicht selten vorkommt ist, wenn man mal gute Arbeit hatte von der man menschlich leben konnte, einige die unten angekommen sind sich auch noch die Hände reiben und sich freuen wenn man auch unten angekommen ist.

In den letzten Jahren vor meiner Arbeitslosigkeit und Armut bemerkte ich auf der Arbeit wie alles immer unkollegialer wurde. Da wo einst gute Teamarbeit vorhanden war verschwand diese immer mehr. Jeder hatte Angst um seinen Job, keiner half dem mehr so wie früher. Im Gegenteil man hoffte das der andere versagt um den eigenen Job noch zu retten. Das Arbeitsklima wurde immer schlechter. Jetzt wo wir alle in der gleichen Situation sind, da verstehen wir uns wieder besser. Geben einige ihre Ängste um die Arbeit zu und entschuldigen sich sogar. Sie geben zu Mobbing gegeneinander betrieben zu haben aus Angst vor dem Stellenverlust.

Wir versuchten gemeinsam ein Projekt der Selbständigkeit, weil jeder von uns mal was Gutes gelernt hatte. Aber ohne Geld geht das nicht. Kredite die man früher mal bekommen hätte als man sie nicht brauchte, bekommt man in dieser Lage gar nicht. Es sind ja keine Sicherheiten mehr da. Die Sicherheiten die man auf brauchen musste um die ersten Jahre der Arbeitslosigkeit zu überstehen. Dann steht man da mit nichts mehr in den Händen und wird auch noch als fauler Sozialschmarotzer beschimpft. Lustig ist anders. Ein Grundeinkommen wäre einfach wunderbar. Mit dem könnte man den Alltag einfacher gestalten, man könnte seinen Strom, die Miete und das Essen bezahlen. Man könnte sich ganz anders regeln und kleiden, so wie man das mal konnte und kennt.

Im Anfang denkt man, es wird wieder besser, es muss besser werden. Wenn man dann etliche Jahre gekämpft hat und nichts verbessert sondern alles verschlechtert sich, wo soll denn da dann noch die Kraft herkommen? Und dann noch die erzieherischen Umerziehungs- und Gewaltaktionen der Jobcenter. Was wollen die an geschulten alten Leuten umerziehen und mit welchem Recht?

Über die Arbeit 23 Jun 2014 12:18 #12989

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  • Anonym
Ich kenne das auch. Investiert in die eigene Bildung, gespart für die Kinder und das Alter. Immer gearbeitet und dann wirst Du eines Tages wach und alles ist weg. Wie eine geplatzte Seifenblase. Ü50 Vermittlung beim Arbeitsamt, da wurde mir klipp und klar gesagt zu viele Qualifikationen, zu viel gemacht und zu alt. Trotzdem rennt man wie ein Bekloppter der Arbeit hinterher. Zwischendurch kommen oft ganz unmögliche Maßnahmen die zu keiner positiven Veränderung führen. Die können auch zu nichts führen wenn genug Qualifikationen vorhanden sind. Müsste mal so ein Begriff her wie ausqualifiziert, dass gibt es genauso wie austherapiert.
In einer war der Maßnahmenleiter mal ehrlich und sagte es uns, die meisten haben keine Chancen mehr. Die Meisten sind schon gut genug qualifiziert. Wie man sich richtig bewirbt muss man uns Alten wirklich nicht immer wieder beibringen wollen.
Umformatieren von Lebensläufen und Rollenspiele. Das mag was für die jungen Leute sein die am Anfang des Berufslebens stehen. Die das tatsächlich noch lernen müssen.

Maßnahmeleiter in einer Maßnahme der Maßnahme???

Über die Arbeit 23 Jun 2014 12:41 #12990

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  • Manni
Die Datenbanken der Arbeitsagenturen sind voll mit Arbeitsangeboten. Ich studiere die täglich und bewerbe mich täglich. Festzustellen ist, dass viele Stellen ewig da drin stehen aber man die Arbeit gar nicht bekommt. Das muss man nur mal mit einigen Leuten die auch diese Arbeit suchen ausprobieren. Schnell stellt man fest, dass sich alle sie sich bei diesen Firmen beworben haben nicht genommen wurden. Oder wenn doch, dann nur mit Förderungen vom Amt. Wenn der Förderzeitraum abgelaufen ist, dann ist man wieder draußen. Dann suchen die den Nächsten für den Zeitraum der Förderung. Habe schon so etliche Firmen gefunden die das über Jahre machen. Man denkt das wären dann Unternehmen die soviel Arbeit hätten, tatsächlich sieht die Wahrheit anders aus.

Probiert es mal aus mit 10 Leuten und das über einen längeren Zeitraum. Ihr werdet es selber merken. Spricht man die Leute beim Jobcenter darauf an, dann wollen die nicht darüber diskutieren. Die sagen einem höchstens man solle die unverschämten Behauptungen und Fragen lassen. Nur ein kleines Widersprechen und man kommt schnell in den Genuss der ersten Sanktion.

Über die Arbeit 23 Jun 2014 13:42 #12991

Hallo Manni,

diese Antwort kam zu Ihrem Beitrag über Twitter und bestätigt ihre Schilderung:

Joh da stehen Stellen drin auf die ich mich schon vor 6 Jahren beworben hatte.-P
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