Banken ohne Gnade?

Das mir diese Frage immer wieder durch den Kopf geht ist normal. Wer nur annähernd über etwas Gerechtigkeitssinn verfügt, über etwas Herz, der wird mich verstehen können.

Mir und meiner Firma könnte es heute gut, sogar sehr gut gehen. Hürden habe ich über Jahre immer wieder genommen. Bis zu diesem Erlebnis:

 

 

2004 stellte ich eine Internetseite zur Hilfe ins Web. Es war die Seite der Fluthilfe Deutschland. Ich dachte damit könnte man wenigstens einen bescheidenen Hilfsbeitrag, und zwar aktiv, leisten. Das es so auf Resonanz stoßen würde, das konnte ich nicht ahnen. Millionenaufrufe, tausende von Anrufen, etliche Fernsehteams gaben sich die Klinke in die Hand.


Ich versank in dieser Hilfsaktion. Was als kleine Hilfe angedacht war wurde zu einer Sache die ich nun wirklich nicht erahnen konnte. Niemand konnte das. In dieser Zeit blieb weder Zeit noch Raum für irgendetwas anders. Das ging so über 3 Monate lang. 3 der härtesten Monate die man sich, wenn man es nicht selber erlebt hat, nicht vorstellen kann.

Ich nahm die Sache mehr als ernst, baute Netzwerke bis hin nach Südostasien auf. Telefonierte rund um die Uhr mit Hilfesuchenden und verzweifelten Menschen, es riefen immer mehr an. Es kamen Bilder, Informationen, und, und, und. Wir gründeten den gemeinnützigen Verein der Flut-/Katasstrophenhilfe. Versuchten später auch wenigstens ein paar Mittel zu erhalten um Hilfe leisten zu können, aber auch um Telefonate usw. bestreiten zu können.

Nicht einen Cent erhielten wir aus öffentlichen Mitteln, traurig aber wahr. Langsam erlahmten dann auch die Kräfte der wenigen Helfer, während ich die Sache immer noch ernst nahm. Wie hätte ich denn auch reagieren sollen, wenn hilfesuchende Menschen anriefen. Sie wo anders hinschicken? Menschen unter Stress, Angst, Verzweiflung und Tränen einfach wegschicken. Das tat ich nicht.

Was ich aber auch nicht mehr tat in der Zeit war, dass ich mich um meine Firma kümmerte. Da überliess ich meiem Mann und Mitarbeitern. Ich war nur noch in meinem Arbeitszimmer, fast rund um die Uhr. Wer A. sagt muss auch B. sagen können, so habe ich das mal gelernt. Zu dem zu stehen was man angefangen hat, und das Menschenleben über alles gehen.

Zu dieser Zeit gingen die Umsätze meines kleinen Unternehmens zurück. Es war keine Pleite, nur die schwarzen Zahlen sahen nicht mehr so entzückend aus. Und der Betrieb geriet aus den Fugen, man sollte Ehemänner und Mitarbeiter nicht aus den Augen lassen. Vertrauen hin oder her, dass ist schon klar.

Alles wäre aber noch zu schaffen gewesen, es haben lediglich 2 Dinge gefehlt. Ich schrieb meine Bank im März 2005 an mit der Bitte um Prolongation des laufenden Darlehens. Bis dahin hatte ich alleine an Zinsen 56000 DM gezahlt. Das Darlehn, dazu schrieb ich hier ja schon an anderer Stelle, war mit einer 80% Prozentigen Ausfallbürgschaft besichert.

Weder Hausbank noch die Bürgschaftsbank waren bereit der Bitte um Prolongation stattzugeben. Ich erhielt ein Schreiben, eiskalt wie ich finde, dem zu entnehmen war: Sehr geehrte Frau Sall-May, ihr soziales Engagement in Ehren, doch Sie hätten ihre Arbeit auf ihr Unternehmen konzentrieren sollen. Wir können ihren Wunsch auf Prolongation nicht entsprechen.

Ich brauchte nur 3 Monate Zeit, nur 3 Monate. 1 Monat um selber wieder zu psychischen und körperlichen Kräften zu kommen, und die weiteren 2 Monate für die Firma. Eine Firma die hunderte von festen Firmenkunden betreut, eine Firma die lief und auf Erfolgskurs war.

Aus die Maus, man kündigte mir meine Konten, Kredite und im weiteren Verlauf ging es dann in harte Gerichtsverfahren. Es war für mich mehr als nur ein Schock. Ich versuchte Hilfe über die Politik zu erhalten, Fehlanzeige. Dort bekam ich zur Antwort ich hätte ja nicht helfen müssen. Somit wäre ich an meinen Problemen jetzt selber schuld. Für mich ist das bis heute unfassbar, und es hat mit wahrhaft mehr als nur traumatisiert.

Wann immer ich den Fernseher heute einschalte und lese wem das alles mit Geld geholfen wird, Menschen die fehlspekulierten, Menschen die dicke Managementfehler machten, allen denen wir geholfen. Und meine Existenz, ja ist die denn gar nichts wert? Der Erhalt von Arbeitsplätzen in meiner kleinen Firma, die ja über genug Aufträge verfügte, ist dich nichts wert? Ich soll in eine Inso gehen, nur weil ich half, weil ich 3 Monate Zeit brauchte?

Heute brauche ich keine 3 Monate Zeit, heute benötige ich etwas mehr. Und noch immer rufen Firmen bei mir an, möchten meine Dienstleistung in Anspruch nehmen, sind bereit dafür zu zahlen.

Was von 2005 an passierte, wie ich kämpfte darüber habe ich oft und viel geschrieben. Es wurde sehr, sehr oft verrissen. Da fragte ich mich auch schon oft: Wie sind unsere Mitmenschen denn heute drauf? Jeder möchte doch seine Existenz behalten und ist es richtig, eine kleine Unternehmerin für eine große Hilfsaktion deart abzustrafen?

Wo bleibt ein Hilfspaket und Angebot für meine Existenz? Ich brauche keine Milliarden, damals da brauchte ich nur etwas Zeit und Verständnis für eine außergewöhnliche Situation. Dieses Verständnis, auch von meinen Mitmenschen benötige ich heute noch. Viele Menschen brauchen das, und wichtig ist auch das man bitte einmal Ursache und Wirkung richtig erkennt. Und nicht die abstraft, die bereit waren und sind zu leisten, oder?

Ich schreibe das auch um mir Luft zu machen, nach so mancher, schlaflosen Nacht die an Kräften zerrt. Etwas das nicht hätte sein müssen, und das mit sofortiger Wirkung anders wäre, wenn ich meine Chance erhalten würde.

Chancen erhalten, ja wer gibt einem kleinen Unternehmer, Freiberuflern etc. relle Chancen? Durch meine vielen Erfahrungen mit hunderten von Unternehmen habe ich natürlich viel mitbekommen. Viel zu viel für meinen Geschmack, dann das alles will und muss verkraftet werden.

Was mir immer wieder auffällt ist, dass man in Krisensituationen die Schuld immer nur bei einer Person, und das ist der Selbständige, sucht. Schuldsuche, es muss etwas gefunden werden und wer genug sucht und hin und herkonstruiert, der wird auch schon was finden. Ganz besonders gut in der Schuldsuche sind die Banker und Behörden.

Mal ganz im Ernst, wem bringt das etwas, wenn man auf Menschen in Krisensituationen Druck ausübt? Wer hat da was daran gewonnen? Es ist ein großer Gedankenfehler wenn man glaubt einen Menschen, einen Unternehmer der um Hilfe bittet muss erstmal fertig gemacht werden. D. h. schnell in Gerichtsverfahren jagen, EV verlangen, oder gleich ab in die Insolvenz.

Viele Unternehmen würden heute noch leben, würden heute noch Arbeitplätze zur Verfügungstellen können, wenn man genau das mal unterlassen würde. Wennn es wirkliche Krisenpräventionsmassnahmen für den Notfall geben würde. Denn Notfälle können jeden, jeden Tag treffen.

Und auch das ist ein Punkt, den ich ja jetzt aus dem eigenen Erleben sehr gut nachvollziehen kann. Ich z. B. war irgendwann total ausgepowert nach den langen Jahren voller harter Arbeit. So wie viele andere Unternehmer es ebenfalls kennen. Man traut sich schon gar nicht mehr mal Urlaub zu machen, denn man ist für alles haftbar. Gute Vertretungen können sich die kleinen Selbständigen oft nicht leisten, und so arbeiten sie immer und immer weiter. Bis eines Tages mal die Akkus leer sind. Mit leeren Akkus kann aber niemand mehr das Leistungspensum erbringen, dass man zu erbringen hat.

Kein Mitarbeiter würde soviele Stunden arbeiten wie ihre kleinen Arbeitgeber. Bricht in einem kleinen z. B. Handwerksbetrieb eine Arbeitskraft weg, dann kann das für ein solches Unternehmen schon eine erste Gefahr darstellen. Wenn ein Unternehmen spezialisiert ist, ist es auf die Mitarbeiter angewiesen. Ersatz ist da oft nicht zu bekommen, aber es ist in der heutigen Zeit auch eine Frage der Kosten. Auf der einen Seite muss der Unternehmer natürlich die Lohnfortzahlung für den z. B. kranken Mitarbeiter erbringen, und zusätzlich Kosten für eine teuere Aushilfe.

Viele können das schon lange nicht mehr. Und so arbeitet der Selbständige eben noch mehr. Das verschleißt einen Menschen ganz ungemein. Hinzu kommt heute immer mehr die Problematik das Rechnungen viel zu spät, wenn überhaupt, bezahlt werden. Hier sind sie wieder die mit die größten Knackpunkte für ein kleines Unternehmen überhaupt. Für Einzelkämpfer sieht es noch schlimmer aus, denn wenn die mal krank werden, dann arbeitet niemand mehr die Aufträge ab, neue kommen nicht herein und schon kann es ganz schnell mit der Existenz zuende sein.

Besonders da die Finanzämter in solchen Zeiten keine Rücksicht darauf nehmen, wenn ein Selbständiger krank wird und seine Steuererklärungen nicht pünktlich abgeben kann. Darauf, so hörte ich persönlich auch schon oft genug den Spruch: Kann der Gesetzgeber keine Rücksicht nehmen. Der Selbständige hat seine Pflicht zu erbringen, so sagt es das Gesetzbuch. Nur, das Gesetzbuch als Keule gegenüber einem kranken oder eine hilfebedürftigen Person zu nutzen, ist das noch menschlich? Wieviel Menschlichkeit darf es denn heute noch sein?

Also ignoieren viele Selbständige ihren Körper und arbeiten oft so lange, bis der totale Zusammenbruch kommt. Während der Beamte oder Banker natürlich einen Krankenschein im Krankheitsfall nehmen kann, und die Kollegen arbeiten für ihn weiter. Deshalb ist offensichtlich diesen Menschen, aber auch vielen Politikern komplett fremd, dass es im realen Leben der Unternehmer in der Realität so nicht aussieht und aussehen kann.

Wir müssen hart durchgreifen sagte mir mal ein Finanzbeamter. Wir können und dürfen keine Rücksichten nehmen. Das war zu einer Zeit wo ich nach der Fluthilfeaktion, nach der Aktion durch die Bank die mir sehr zusetzte, und nach dem mir dann auch noch meine Familie zusammenbrach und ich total gesundheitlich am Boden lag.

Ärtztliche Atteste, Schreiben des Steuerberaters mit Hinweis auf einen Härtefall, nicht war da zu machen. Ich kam mit den Steuerbescheiden nicht mehr nach, eine Mitarbeiterin hat da noch groben Unfug mit den Papieren betrieben. Etwas das erst viel zu spät offenkundig wurde. Mir wäre es sicher früher aufgefallen, wenn ich die Zeit gehabt hätte mich 4 Wochen auszukurieren und dann meine gesamte Energie in das Unternehmen zu stecken.

Die Zeit wie gesagt lies mir keiner, so arbeitete ich total kaputt und übermüdet weiter. Doch gute Leistung ist da nicht mehr zu erzielen. Und was auch auffallend war, das Kapital meines Unternehmens das war und bin ich. Denn wenn ich nicht produzieren kann, keine neuen Aufträge reinholen kann usw., dann geht ein Betrieb eben auch kaputt. Das oft der Unternehmer selbst als Mensch das größte Kaptital ist, das wird immer wieder übersehen.

Im Internet war mal eine Meinung eines Bankers zu lesen, der meinte: "Die größte Gefahr für ein Unternehmen sei der Unternehmer selbst, denn er könnte ja auch mal krank werden". Da dachte ich nur: "Wie hätten die Damen und Herren es denn nun jetzt gerne, den Unternehmer abschaffen wenn der so ein Risiko ist, und wie soll dann das Unternehmen laufen?" Wirklich manchmal kann man solche Sprüche, die diese Damen und Herren auch noch in der Öffentlichkeit von sich geben, doch gar nicht mehr ernst nehmen? Doch sie werden sogar ernstgenommen, werden in den Medien diskutiert.

Solche Sprüche können nur von den Menschen kommen, die keinerlei Vorstellung von dem realen Arbeitsalltag eines Unternehmers haben. Und ich spreche hier jetzt nicht von den großen Aktionären, sondern von Einpersonen geführten Unternehmen, die oft nicht mal eine GmbH gründete. Die also mit voller Haftung als Einzelperson hart arbeiten.

Bevor ich selber so hart, und unschuldig in die unnötige Krise geriet, das hatte ich schon soviele Fälle bei Kunden von mir erlebt, dass ich seinerzeit ja aktiv wurde. Wir dachten damals an einen Verband der Hilfe zur Selbsthilfe an. Es wurde daraus eine Partei, eine Partei die man gerne im Alltag unterdrückt, am liebsten gleich weg hat. Doch die Politik das ist noch einmal ein Kapitel für sich, und ich hätte auch hier auf viele reale Erfahrungen sehr, sehr gerne verzichtet.

Mit wem redet man das in den Gremien, doch meistens mit Leuten die ebenfalls keine Ahnung von dem realen Arbeitsalltag und den Problemen der Selbständigen haben. Bis heute herrscht in vielen Köpfen ja leider immer noch vor: "Unternehmer jammern immer auf hohem Niveau". Da tut man aber Millionen von Menschen echt Unrecht. Nämlich denen, die wissen wie es wirklich aussieht, denen die bereit waren ins Risiko zu gehen, und denen man immer als letztes für alles und jedes die Schuld gibt.

Etwas das wohl auch die wenigsten bedenken ist, wenn der Unternehmer mal ausfällt und etwas aus dem Ruder gerät, dann wird es schnell immer schlimmer. D. h. wenn jetzt Mahnungen kommen, wenn keiner die so richtig bearbeiten kann, wenn die Mitarbeiter Angst bekommen um ihren Arbeitsplatz und in dieser Situation versuchen so schnell wie möglich was anderes zu finden, dann wird auch hier die Problematik für das Unternehmen immer größer.

Anstatt ruhig und besonnen, auch mal ohne Chef weiterzuarbeiten passiert in kleinen Betrieben oft das krasse Gegenteil. Ist der Unternehmer dann wieder Einsatzfähig findet er oft unnötige Baustellen vor. Nun heißt es zu überlegen was als Erstes zutun ist. Mahnungen abwehren, Gelder reinholen usw.. Was aber wenn in der Zeit das z. B. Finanzamt schon längst die Konten eingefroren hat? Wenn Schätzungen korrigiert werden müssen, wo kommt das Geld her. Man kann sich ab dem Zeitpunkt oft drehen und wenden wie man will, man kommt einfach nicht mehr raus da. Das obwohl das Unternehmen schnell wieder gut anlaufen könnte.

Was wenn in der Zeit schon Schufaeinträge erfolgten von übereiligen Inkassounternehmen? Herrschaftszeiten, das wird doch eine Inso förmlich herbeigerufen. Destabilisierung von allen Seiten findet statt. Füße stillhalten, dem Unternehmer eine Chance einräumen damit er schnell das Ruder wieder rumreißen kann, das wäre es was viele kleine Unternehmen benötigen würden. Eben die von uns mit einer Resolution, die wir im April 2004 dem Ministpräsidenten NRW Herrn Steinbrück übergaben, geforderten Krisenpräventionsmassnahmen für die vielen, vielen kleinen und mittleren Selbständigen. Dadurch wären Arbeitsplätze und Existenzen ohne große Risiken zu erhalten.

Wo bitte ist die Logik einen Menschen in Krisen die Pistole auf die Brust zu setzen und abzudrücken? Wenn man von jemandem Geld haben möchte, und um das geht es ja in der Hauptsache, dann mache ich den garantiert in einer Krise nicht so fertig das er die Finger heben muss und ich selber davon dann ja auch nichts mehr habe.

In den meisten Köpfen herrscht vor, dass einer nicht bezahlen will, dass einer bescheißen möchte. Das ist doch, wenn man sich die vielzahl der kleinen Selbständigen mal anschaut barer Unsinn. Denn die können nicht weglaufen und sich vor der Verantwortung drücken, die sind auf ihre Selbständigkeit angewiesen um auch morgen noch ihre ganz persönlich Existenz bestreiten zu können.

In meinem ganz persönlichen Fall kann ich nur sagen, wenn man mir die Möglichkeiten der Geldeinnahme lassen würde, wenn man mir die Zeit lassen würde jetzt endlich mal klar Schiff in meiner kleinen Existenz machen zu können, dann wären alle offen Forderungen ca. in 1 Jahr beglichen. Jeden Euro, jeden Cent bin ich bereit zu bezahlen, doch die Grundvoraussetzung sind dafür ja nicht gegeben.

Natürlich stellt sich da immer wieder die Frage: "Was will man denn nun von mir als Unternehmerin, die Inso, die ich nicht möchte und die unnötig ist. Denn dann bekommt niemand mehr etwas, oder möchte man Geld von mir? Dann muss man mich lassen es einzunehmen, damit ich bezahlen kann.

Klar erkennbar ist ja auch, dass man förmlich durch verkehrte Verhaltensweisen ganz schnell in Schulden getrieben werden kann. Denn die Prozesse die einem aufgehalst werden, die Kosten ja auch noch mal jede Menge Geld, jede Menge Zeit, jede Menge Nerven. Hier wäre es wirklich angebracht das wenigsten 1 Jahr Gläubigerschutz gegeben würde. Damit ein kleines Unternehmen, das immer noch Aussicht auf Erfolg hat seine Arbeit in Ruhe zutun.

Vor fast 2 Jahrzehnten da lief mal in meinem alten Unternehmen etwas schief, sehr schief, eine Geschäftspartnerin hatte mich übers Ohr gehauen. Da waren sie auch schon einmal da die Schulden, die ich am Halse hatte. Damals wollte mich der Anwalt eines Gläubigers in die EV treiben. Er wollte es mit allen Mitteln. Gott sei Dank konnte ich mich mit dem Gläubiger einigen. Damals fragte ich diesen: "Was möchten Sie von mir ihr Geld oder meinen persönlichen, wirtschaftlichen Untergang und sie erhalten gar nichts mehr?". Er vertraute mir, lies mir Zeit und ich habe bis auf den letzten Pfennig alles abzahlen können. So rum muss und sollte es laufen und nicht anders herum.

Leider ist man in solchen Situationen von dem Gläubiger abhängig, heute kann man kaum mehr mit einem reden, denn da kommen dann die Inkassobüros und die Gläubiger verschanzen sich hinter diesen. Sagen: "Wir haben die Forderungen abgetreten, wir können da nichts mehr zu sagen". So einfach geht das heute, und man hat auch hier kaum mehr eine Chance.

Es scheint das es in der heutigen Zeit nur noch um das schnelle Geld geht, und nicht um langfristig gute Geschäftsbeziehungen die eine langfristige Sicherheit für beide Seiten bringen könnte. Und vor allem auch eine Sicherheit zum Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Das es darüber hinaus auch möglich ist, mit absichtlich geführten Prozessen einen Konkurenten in Deutschland in die Existenzaufgabe zu bringen ist ein weiteres Unding. In USA nennt man so etwas Lawhunting, dort kann man so es augenfällig wird, dies teilte mir zumindest einer meiner Anwälte mit, Klage zur Abwehr erheben. Wo haben wir das hier in Deutschland?

Wenn man mal richtig zum Kern vordringt weshalb es in unserem Land mit dem Binnenmarkt nicht funktioniert und funktionieren kann, dann müsste man doch in der Lage sein diese Problem ganz schnell im ersten Schritt zu lösen.

Je mehr der innere Markt zusammenbricht, je mehr Insolvenzen wir bekommen und hier bitte auch mal aufgemerkt viele Insolvenzen der reinen Gewerbebetriebe gehen statistisch in die PI Statisk auf, wird die Belastung für Bund, Land und Kommune immer höher. Darüber hinaus haben wir eine sehr hohe Dunkelziffer derer, die ihre Existenzen aufgeben und die in keiner Statistik auftauchen. Sie alle fallen oft den kommunalen Sozialkassen anheim.

Sinnvoll wäre es, dass wir es künftig nicht mehr soweit kommen lassen. Und vor allem die Zeit der Insolvenz in Deutschland ist mit der langen Laufzeit viel zu hoch. Wenn ich richtig informiert bin, dann sind es in USA, von dort soll die Insolvenzgesetzgebung ja kommen 3 Jahre, in Frankreich 1 Jahr und in den weiteren europäischen Nachbarländern ist es oft auch kürzer. Und der Gläubigerschutz das Kaptitel 11, wo ist das in unserer Insolvenzgesetzgebung zu finden?

Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn hier mal Menschen bereit wären mit zu diskutieren, nicht nur lesen sondern mal in Kommunikation treten würden. Kann man auch gerne bei uns im Forum, aber auch dort wird mehr gelesen, denn geschrieben. Haben denn wirklich schon alle nichts mehr zu sagen, ist es Angst oder was ist es?

Sie sehen mir gehen ganz viele Dinge durch den Kopf, das schon lange und ich möchte darüber reden und nicht nur lesen. Selbstverständlich kämpfe ich dabei auch immer wieder um meine, eigene Existenz, ich möchte meinen Stolz behalten dürfen, möchte meine Rechnungen bezahlen können dürfen. Möchte mein Unternehmen alleine wieder in die Gerade bekommen dürfen. Denn ich kann das, ich bin seit mehr als 2 Jahrzehnten Selbständig, ich habe genug mit Firmen zutun gehabt, habe selber beraten und micht tief in die Thematik eingarbeitet. Ich weiß wo die Knackpunkte liegen, und wie man diese sehr rasch bereinigen könnte, nicht nur für mich sondern für viele andere Menschen auch. Dazu bedarf es aber auch der Bereitschaft zur Kommunikation.

Noch etwas, mich persönlich stört der Begriff "Wohlverhaltensphase". Kommt einem so vor als hätte der Schuldner sich zuvor schlecht verhalten, und muss jetzt zeigen wie brav und artig er sein kann. Psychologisch gesehen ist das nicht in Ordnung. So wie der gesamte Druck, das Stigmatisieren und Verurteilen von Selbständigen bzw. allen Menschen in Schulden und Not nicht sein dürfte. Druck erzeugt Gegendruck auf lange Sicht, oder es zebricht Menschen ihre Psyche und letzendlich ihre Physe. Es ist körperverletzend auf ersteinmal nicht sichtbare Art und Weise.

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