Verdienst und das Einkommen

Oftmals reden wir über „Verdienst“ und meinen in Wirklichkeit das Einkommen. Dabei besteht zwischen Verdienst und Einkommen ein beachtlicher Unterschied: Einkommen ist der Betrag, den ein Mensch erhält, unabhängig von der Herkunft.

So hat sowohl der Bankräuber, aber auch

aber auch die Reinigungskraft ein Einkommen. Fußball-Spieler und Bankdirektoren haben ein Einkommen. Kanzler und Abgeordnete haben ebenfalls ein Einkommen.

 

Beim „Verdienst“ sieht die Sache jedoch anders aus.

Während Einkommen auch grundlos erfolgen kann, auch ein Geschenk oder eine Erbschaft ist eine Form von Einkommen, kann ein Verdienst nie grundlos sein. Mit anderen Worten: Einkommen fordert keine Gegenleistung, der Verdienst hingegen erfordert sehr wohl eine adäquate Gegenleistung.

Auch kann der Verdienst negativ werden, das Einkommen hingegen nicht. Denn wäre das Einkommen negativ, wäre es ein Aus-Kommen. Aber ein Auskommen ist sprachlich bereits anders belegt: Auskommen bedeutet, mit dem Geld oder dem Zufluss, über die Runden kommen zu können.

Wann wird der Verdienst negativ? Der Verdienst wird dann negativ, wenn die entsprechende Person durch ihre Entscheidungen oder Handlungen im Rahmen ihres Auftrags mehr Schaden als Nutzen verursacht. Z.B. wenn ein Taxi-Fahrer bei dem Versuch, durch überhöhte Geschwindigkeit mehr Fahrgäste zu befördern, das Taxi in den Graben fährt. Oder -wie Angela Merkel- durch ihre Entscheidungen, die Banken zu retten (alternativlos?), immer mehr Menschen unverschuldet in Armut geraten. Dennoch hat Angela Merkel ein Einkommen, jedoch keinerlei „Verdienst“. Denn ihre Aufgabe ist es nicht, die Banken zu retten. Sondern es ist laut Amts-Eid ihre Aufgabe, den Wohlstand aller Deutschen zu mehren; nicht den Wohlstand Einzelner oder der kleinen Gruppe einzelner Lobbyisten. Und unter Angela Merkel´s Regierung sind, darüber brauchen wir nicht diskutieren, breite Schichten der Bevölkerung verarmt. Verdienst nein – Einkommen ja.

 

Somit wird klar, dass zwischen Verdienst und Einkommen eine Entkopplung eingetreten ist. Und es stellt sich die Frage, ob wir gesellschaftlich diese Entkopplung mittragen möchten oder nicht.

Ich persönlich möchte diese Entkopplung zwischen Verdienst und Einkommen nicht mittragen. Denn genau diese Entkopplung spaltet die Gesellschaft.

In meinen Augen hat jede Reinigungskraft einen höheren Verdienst als Angela Merkel, jedoch leider ein geringeres Einkommen. Dieser Zustand ist gesellschaftlich einfach nicht hinnehmbar.

Zielsetzung, wenn wir wieder einen gesellschaftlichen Zusammenhalt wünschen, kann nur sein, Verdienst und Einkommen enger zusammenzuführen. Doch wie können wir das bewerkstelligen?

 

Wie viel Verdienst, da meine ich konkret nicht Einkommen, kann ein Mensch eigentlich haben?

Wenn z.B. ein Musiker ein Stück schreibt, ändert es seinen Verdienst, ob dieses Musikwerk von 10 oder zehntausend Menschen gehört oder gekauft wird?

Nein, es ändert lediglich sein Einkommen. Die Geschichte lehrt uns, dass viele Künstler völlig verarmt starben und ihre Werke nach ihrem Tod zu horrenden Preisen gehandelt werden. Der Verdienst wurde vor Jahrzehnten geschaffen, das Einkommen aus dem Verdienst jedoch sehr viel später erzielt. Kann das gerecht(fertigt) sein?

Der Verdienst im EDV-Sektor sollte doch darin bestehen, gute und sicher arbeitende Computer zu schaffen. Doch das Rennen um wirtschaftliche Macht hat nicht das beste Programm gewonnen, sondern ein besonders schlechtes: Bill Gates mit DOS, in Fachkreisen mit „Dirty Old System“ (dreckiges, altes, System) ausgezeichnet. Ein Verdienst? Bill Gates hat DOS nicht einmal selbst geschrieben. Er war lediglich der, der es an IBM verticken konnte. Ein Verdienst?

-Nein- lediglich eine Einkommensgenerierung. Aber bestimmt kein Verdienst!

Diskutiert diesen Artikel im Forum (5 Antworten).

Zusätzliche Informationen