Schöne Bescherung - Betreuungsgeld

Schöne Bescherung - Betreuungsgeld 
6. November 2012   12.30 Uhr  Autor: Egon W. Kreutzer
 
Einen Monat vor dem Nikolaustag haben Bundesregierung und Opposition eine schöne Bescherung angerichtet. Das Betreuungsgeld wird, nach einem Kuhhandel in der Regierungskoalition, nun doch kommen - und Andrea Nahles will dagegen vor das Verfassungsgericht ziehen.
 
Dass ich dafür bin, Familien mit Kindern, die ja inzwischen schon fast zur Seltenheit geworden sind, in einem Land, in dem das Kinder-Haben existenzbedrohend sein kann, zu unterstützen, habe ich oft genug betont.
 
Dass ich der Überzeugung bin, dass Kleinkinder in der Familie besser aufgehoben sind als in hastig aus dem Boden gestampfen Krippen und KiTas, daraus habe ich auch nie ein Hehl gemacht. Und ich bin alt genug, mich noch daran zu erinnern, wie "kapitalistische" Politiker sich ereiferten, wenn sie einen Blick über den Eisernen Zaun warfen und dort mit Entsetzen feststellten, dass Familien im Kommunismus auseinandergerissen wurden, nur damit die Kinder frühestmöglich der "kommunistischen" Indoktrination unterworfen werden und die Arbeitskraft der Frauen schon kurz nach der Geburt der Kinder wieder zur Erfüllung der 10-Jahres-Pläne eingesetzt werden kann.
 
Daran erinnert sich natürlich heute keiner mehr gerne, zumal die "kapitalistische" Wissenschaft nun doch herausgefunden hat, dass es dem Wohl des Kindes dienlich sei, frühzeitig aus der Enge der Familie hinaus zu gelangen und von geschulten Pädagogen auf die Anforderungen des späteren Berufslebens vorbereitet zu werden.
 
Außerdem haben die "kapitalistischen" Statistiker herausgefunden, dass die Bevölkerung schrumpft, und dass wir dabei alle Reserven mobilisieren müssen, dass es also auch jungen Müttern möglich sein soll, ihre Arbeitskraft in den Dienst von Aufschwung und Wachstum zu stellen, statt zuhause, ohne die notwendige Vorbildung, an der Erziehung ihrer Kinder herumexperimentieren zu müssen.
 
Ja, da macht sich eine Sichtweise breit, die bereits die Kinder als die Human-Ressources der Zukunft betrachtet, die man nicht früh genug aufs Erwerbsleben hintrimmen kann, und in denen "die Mutter" auf die Rolle eines (leider noch) unverzichtbaren Produktionsmittels reduziert wird.
 
Diskutiert diesen Artikel im Forum (5 Antworten).

Zusätzliche Informationen