Das Pferd nicht von hinten aufziehen!

 

Das Pferd nicht von hinten aufziehen!

Ein Kommentar von Matthias Dilthey

Am 04.07.2012 ereignete sich in Karlsruhe ein grausamer, erweiterter Suizid. Noch sind nicht alle Einzelheiten geklärt, doch zeichnetet sich, objektiv und emotionslos betrachtet, folgendes Bild:

Eine Frau und ihr langjähriger Lebensgefährte bewohnen seit ca. 15 Jahren eine Eigentumswohnung in Karlsruhe. Die Inhaberin der Eigentumswohnung gerät, ebenso wie ihr Lebensgefährte, in die Erwerbslosigkeit. Daraus resultierend können die Umlagekosten für die Eigentümergemeinschaft nicht mehr entrichtet werden; es folgen daraus Zwangsversteigerung der Wohnung und die anschließende Zwangsräumung der Wohnung. Ein, nach deutschem Recht, durchaus gängiges Verfahren. Das Pärchen widersetzt sich der Wegnahme ihres Wohnraums und es kommt zur Eskalation, die in erweitertem Suizid endet.

Mit in den Tod riss der Akteur seine Lebensgefährtin. Wobei wohl nie geklärt werden wird, ob es nicht „Tötung auf Verlangen“, also kein Mord war.

Gemordet hat der Akteur, in diesen Fällen wohl Täter, der Reihe nach, den Arbeiter des Schlüsseldienstes, den Gerichtsvollzieher und anschließend den neuen Eigentümer der Wohnung, der die Räumung beauftragt hat. So jedenfalls war es der Pressekonferenz der Polizei zu entnehmen.

 

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