Hochmut kommt vor dem Fall

24. Mai 2012

10.00 Uhr  

Hochmut kommt vor dem Fall
Ein heute erschienener Artikel von: Egon W. Kreutzer

So heißt es im Sprichwort. Wie bei allen Sprichwörtern ist die Aussage grundsätzlich richtig, jedoch nicht immer erfüllt sie sich auch.

Angriffe auf Menschen mittels ferngesteuerter Flugobjekte sind m.E. ein Gipfel des Hochmuts, ein Gipfel der Missachtung der Mitmenschen, ein klarer Ausdruck der Missachtung der Menschenrechte, ein irres Gefühl der "Gottgleichheit", mit dem angemaßten Recht, nach Belieben über Leben und Tod entscheiden zu können, und das, ohne zu wissen, wen es trifft, nur auf bloßen Verdacht, womöglich auf eine Laune hin ...

Es gibt da einen Krieg, der völkerrechtlich niemandem erklärt worden ist, weil es den Staat oder das Volk "Terrorismus", dem er gilt, nicht gibt.

Es ist ein Krieg, der auf dem Hoheitsgebiet fremder Staaten ausgetragen wird, mit überlegenen Waffen im festen Glauben an die eigene Unangreifbarkeit. Nach dem deutschen Strafgesetzbuch - das hier natürlich keinerlei Anwendung findet - handelte es sich um heimtückischen Mord.

Die mittelalterlichen Gebräuche, in denen Menschen für "vogelfrei" erklärt werden konnten, hielt ich für längst überwunden - jedenfalls in den zivilisierten Staaten der westlichen Welt.

Nun ist dieser Ungeist wiederauferstanden - und macht sich breit und immer breiter.

Die Aufrüstung der bundesdeutschen Sicherheitsorgane mit Drohnen ist in vollem Gange. Und mit den damit verbundenen Möglichkeiten wird auch die Versuchung, sie zum Einsatz zu bringen von Tag zu Tag stärker werden.

Wasserwerfer in Stuttgart - das war doch letztlich ein Flop. Die Gegner von S21 wurden dadurch nicht hinreichend abgeschreckt, ihren Protest weiterzuführen.

Die nächsten Protestdemonstrationen werden von Drohnen überwacht werden. Die sind nicht so laut wie Hubschrauber, die werden von den Demonstranten gar nicht wahrgenommen, doch die Demonstranten werden wahrgenommen, es werden Dateien angelegt, vernetzt, durchforstet - und irgendwann steht dann der Verdacht im Raum, bei der Figur auf den Bildern x, y und z handele es sich um einen gefährlichen Rädelsführer.

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