Deutschland, und uns geht es doch gut - wir brauchen kein BGE?

Allein in der sozial Behausung – allein auf der Straße

Der Eine bleibt allein mit allen seinen Sorgen, dem gesamten Druck und Ballast. Er bleibt in seinen vier Wänden die man ihm hat zuteil werden lassen, und er beugt sich allem dem was man von ihm verlangt. Er beugt sich damit er wenigstens das noch hat. Wie lange er es noch haben wird, dass weiß Gott allein. Denn das was man ihm zuteil werden lässt reicht nicht einmal für die Energiekosten.

Kochen, waschen, backen, bügeln, telefonieren, baden, spülen, einfrieren, kühlen, beleuchten, ins Internet gehen, Radio hören, TV sehen, heizen das alles ist teurer als Grundnahrungsmittel. Grundnahrungsmittel, die man vielleicht noch auf Bedarfsschein bei Tafeln bekommt aber die man nicht mehr zubereiten kann. Denn die Energiekosten kann man nicht mehr aufbringen. Man zahlt solange den Strom nicht mehr, bis man auf der Straße landet. Man zahlt den Strom nicht mehr, weil das Geld einfach nicht mal mehr dafür reicht. Dann kommt ein weiterer Stempel per Eintrag in die Schufa, in die Akten der Behörden, denn der Grund, die Ursache warum man nicht zahlen kann, der ist egal.

Und man beugt sich, beugt sich weiter, lässt sich ausnutzen obwohl man schon unter den alltäglichen unmenschlichen Belastungen immer kurz vor dem Zusammenbruch steht. Man lässt sich schikanieren, herumkommandieren kurz und gut als Sklave des System behandeln. Man ist Sklave und wenn man Glück hätte, dann würde man jetzt sofort vielleicht selber zum Sklaventreiber? Besser zuschlagen und unterdrücken als am Rande der Stadt, auf der Straße zu enden. Man will ja leben auch wenn es kein freies Leben mehr ist, auch wenn das Gewissen einen nicht mehr schlafen lässt? Gegen das schlechte Gewissen kann man sich Tabletten, Drogen oder Alkohol kaufen, so dass Geld dafür noch irgendwie reicht.

Wer bricht denn da wem den Willen und entzieht die unantastbare Menschenwürde um später zu helfen?

Und dann, irgendwann macht der Körper nicht mehr mit. Der Willen ist gebrochen, die Sucht in die man ging, weil man quasi dort hineingetrieben wurde bringt einen jetzt doch an den Rande der Stadt oder auf die Straße? Dann kommt Hilfe? Dann darf man vielleicht Straßen und Parks, für ein paar Dosen Bier, etwas Tabak und ein paar Cent Taschengeld reinigen?

Das ist sie dann die Wiedereingliederung in die Gesellschaft?

Dann wird man mit Glück wieder eingegliedert in die Gesellschaft. Man lernt wieder einen ordentlichen Tagesablauf, einen Tagesablauf den man davor eigenständig über Jahrzehnte lebte und leben konnte. Damals als das Geld noch reichte. Jetzt bringen andere die einen erst darunter brachten wieder da raus?

Die Kommune meint es doch gut mit einem. Schließlich lebt man auf der Straße und die muss man auch selber sauber halten. Und dann darf man dankbar sein für das Suchtmittel, das man vor der Talfahrt, die einen bis fast ans Ende und an dieses Suchtmittel brachte, auch noch dankbar sein?

Ist sie das die Vorstellung von Hilfe und sozialer Teilhabe in der heutigen Zeit? Und während ich das hier so vor mich hin schreibe, da sitzen wie viele Menschen heute in Deutschland in Angst und Umklammerung gefangen, weil sie jetzt die Nächsten sind die sich auf den Weg in den Abgrund befinden. Die hatten mal Geld aber eben jetzt nicht mehr.

Und es bleibt dabei, entgegen aller menschlichen Logik wird behauptet: „Sie sind es doch selber schuld.“

Die sind selber schuld? Nein, sind sie nicht. Sie wurden im ersten Schritt ausgebeutet ohne es bemerken zu können. Nur sie können es nicht beweisen, denn niemand will und wird ihre Argumente hören. Es wird weiter getreten und mit den Fingern auf sie gezeigt. Mit den Fingern auf sie, die einst als ehrbare, fleißige und soziale Bürger galten. Es werden täglich immer mehr und eines Tages wird die so erzeugte Blase platzen. Die Haut dieser Blase wird immer dünner. Die Angst wird immer größer, der Druck der durch Ungerechtigkeit entsteht immer größer bis er unerträglich ist. Er, der Druck, zerquetscht die Seele, martert das Hirn und macht krank.

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