Unruhige Zeiten 2014 - Wir wollen Frieden - Einige Wochen später -

Als aber einige Wochen ins Land gegangen waren, sagte Frau Ilsebill: „Mann, unsere Hütte ist zu eng, und auch der Garten und der Hof sind viel zu klein. Ich möchte in einem großen steinernen Schloß wohnen, also geh wieder zum Fisch und sag ihm, er soll uns ein Schloß schenken“ „Frau“, antwortete der Fischer, „ich mag nicht wieder zu ihm gehen, wir sollten uns mit der Hütte zufrieden geben.“ „Unsinn“, versetzte die Frau, „er wird es sehr gern tun; geh nur hin und versuch's.“

 

Der Mann ging schweren Herzens. Es war ein heißer Tag, einige Wolken standen am Himmel, und als der Fischer an den See kam, zogen sie sich zusammen als ob ein Gewitter braute. Das Wasser sah blau und düster aus, obwohl es ganz still war, und er trat ans Ufer und rief:

 

„Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in de See,

myne Fru de Ilsebill

will nich so as ik wol will.“

 

„Na, was will sie denn nun?“, fragte der Fisch. „Ach“, sagte der Mann ganz traurig, „jetzt will meine Frau in einem steinernen Schloß wohnen.“ – „geh nur nach Hause“, sagte der Fisch, „sie steht schon am Tor.“ So wandte sich der Fischer zum Gehen, und ein frischer Wind sprang auf und zerteilte die Wolken, und die Sonne brach durch. Das gefiel dem Fischer, denn er nahm es als günstiges Vorzeichen.

 

Als er nach Hause kam, sah er seine Frau vor einem großen Schloß stehen. „Schau“, sagte sie, „ist das nicht großartig“, und sie gingen zusammen hinein und fanden drinnen eine Menge, Bedienter, und die Zimmer waren alle reich ausgestattet und voll von goldenen Stühlen und Tischen; und hinter dem Schloß war ein großer Garten, und eine halbe Meile lang erstreckte sich ein Wald, in dem es von Schafen und Ziegen und Hasen und Rehen wimmelte, und im Hof waren Ställe für Pferde und Kühe. „Wohlan“, sage der Mann, nun wollen wir zufrieden und glücklich in diesem schönen Schloß leben bis an das Ende unserer Tage. - „Vielleicht werden wir das tun“, antwortete die Frau, aber wir wollen’s bedenken und beschlafen, ehe wir uns entschließen.“

 

Nur wenige Tage waren vergangen, da erwachte Frau Ilsebill eines Morgens, stieß den Fischer mit dem Ellbogen in die Seite und sagte: „Steh auf, Mann, eile dich, denn wir müssen König über das Land werden.“ _ „Frau, Frau“, fragte der Mann, „warum sollten wir König sein? Ich will keine König sein.“ „Doch ich will“, versetzte Ilsebill. „Aber Frau“, antwortete der Fischer, „wie kannst du König sein? Der Fisch kann dich nicht zum König machen. Außerdem wird der Fisch böse werden, wenn ich schon wieder komme, und dann werden wir vielleicht alles verlieren, was er uns geschenkt hat.“ „Mann“, rief sie,  „kein Wort weiter, sondern geh hin und versuch’s. Ich will König sein.“

 

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