Arbeit, Ausbildung, Umgang, Perspektiven - Wie gehen wir miteinander um?

Es ist philosophisch, es ist aber auch psychologisch eine ernstzunehmende Frage.

Wie gehen wir miteinander um, um aus den vielen Konfliktsituationen in denen viele von uns stecken wieder herauszukommen?

 

Motivation, positive Motivation ist für jeden Menschen wichtig. Das fängt bei der Erziehung im Elternhaus an, und geht über Kita, Schule usw. ein gesamtes Leben lang weiter.

 

Ein unmotiviertes, immer unter Druck gesetztes Kind wird die Leistungen die, die Erwachsenen von ihm erwarten in der Regel nicht erbringen können. Druck, Angst und mehr lähmen den Menschen, machen ihn unsicher und mehr. Als meine Generation noch in die Schule kam, da wurde gerade mit dem Prügeln aufgehört. Es wurde abgeschafft und wir waren alle froh. Wissen kann ich nicht in einem Menschen reinprügeln. Lernen unter Spass und motiviert, dass bringt jedoch eine ganze Menge. Da sollte auch mal ruhig Freude, und Lachen beim Lernen dabei sein. Bei vielen geht dann alles wie von selbst.

 

In der Erwachsenenbildung habe ich z. B. erlebt, dass genau die Dozenten die ihre SchülerInnen auch mal zum herzlichen Lachen brachten die besten Erfolge erzielten. Während die Dozenten die den Stoff runterleierten, auch noch mahnten das so einige es nicht schaffen werden, nicht allzu große Erfolge bei den Lernden erzielten. Das ist weder beim Kind, Jugendlichen noch Erwachsenen anders.

 


Nun hören wir aber jeden Tag, und mit uns auch unsere Kinder wie ungebildet doch viele seien. Wenn ich einem Menschen jeden Tag vorkaue wie unfähig der ist, dann wird er es. Wenn ich der z. B. Hausfrau sage sie kann nicht richtig putzen, nicht richtig kochen, lässt eh alles fallen usw. - und man tut das jeden Tag mit diesem Menschen, dann wird genau das passieren. Es ist tatsächlich so, dass der Mensch dann verunsichert wird auch wenn er es nicht möchte. Es geht an seine Psyche und sein Unterbewußsein. Wir erreichen damit, dass ein Selbstbewußtsein der jeweiligen Personen zerstört wird.

Aus meinem Alltag erlebte ich z. B. Kinder die höchst unruhig waren, denen man Ritalin geben wollte, die Lernprobleme usw. hatten. Intensiv mit diesen Kindern beschäftig kam schnell heraus wo die Ursachen lagen. Zum Einen hat man sich kaum um sie gekümmert, für sie war das Kinderzimmer, voll gepfropft mit Spielzeug, TV und Computer ein einsamer Platz an dem sie sich mit sich beschäftigen mussten. Zum Anderen gab es keine Regeln, wann man z. B. schlafen gehen muss usw., und es wurde im Beisein der Kinder z. B. von den Erwachsenen gesagt: "Wir konnten auch nicht gut lesen, das ist vererbert. Er/sie werden das eben auch nicht können." Darüber hinaus fehlte die Nestwärme.

Diese Kinder fingen an sich zu kleinen Terroristen zu entwickeln. Dann sollte es mit dem Psychiater, Psychologen und Pharmazeutika behandelt werden. Doch es kam anders, in Gemeinschaft, an frischer Luft, mit einer neuen Nestwärme und Liebe hatten diese Kinder noch einmal Glück. Sie entwickelten sich prächtig, die Lernerfolge waren erstaunlich. Das Buchstabieren von Worten, oder das Rechnen fand z. B. oft beim Spaziergang im Wald statt und zwar spielerisch. Diese Kinder hatten Spaß, Druck und Angst, und immer wieder Worte wie: "Das wirst Du nie schaffen", unterblieben.

Was auch unterblieb war das stundenlange Hocken vor dem Computer, und dem Spielen im Internet. Stattdessen wurde viel in Gemeinschaft und im realen Leben gemacht. Denn eins ist ganz offensichtlich, zulange Umgang mit dem Computer macht nicht nur Kinder von nervös bis hin zu aggressiv.

 


Diese Gruppe der Kinder kannte z. B. keine Waldspaziergänge mehr. Wenn man mit diesen Kindern etwas unternehmen wollte, dann waren sie davon überzeugt das geht nur in großen, schrillen Freizeitparks. Kontakt zur Natur, Kontakt zu Tieren usw. hatten sie in den meisten Fällen nicht. Also, alles was der Natur entspricht hat man ihnen nicht geboten. Von Termin zu Termin hat man sie allerdings oft geschliffen. Kleine Erwachsene hatte man versucht aus ihnen zu machen. Das kann man heute oft feststellen, es fehlt die natürlich, kindliche Entwicklung die sehr wichtig ist für unsere Nachkommen.

 

Bei vielen Kindern konnte man auch hören, dass sie lieber mal mit Mama und Papa zusammen sein möchten. Doch die hätten ja nie Zeit, die müssten arbeiten. Sie äußerten ganz klar den Wunsch, nicht immer den gesamten Tag bei fremden Menschen sein zu müssen. Einige empfanden schon im Kindergartenalter den Kindergarten als Belastung. Sie wollten gerne morgens dahin, aber am Nachmittag gerne mit der Mama oder dem Papa zusammen sein. Die sahen sie meistens aber erst am Abend.

 

Natürlich hören wir jeden Tag das Mama und Papa arbeiten und Karriere machen wollen. So kommt es aus vielen Kanälen bei uns an. Tatsächlich gibt es viele Mütter die gezwungen sind arbeiten zu gehen, weil eben das Einkommen vom Ehemann, so man in einer Familie lebt einfach nicht mehr ausreicht. Da erzählen einem Frauen z. B. wie sehr sie sich unter Druck fühlen weil sie so wenig Zeit für ihre Kinder hätten. Erstaunlich so etwas gibt es noch? Wo hören wir denn heute noch davon?

 

Wenn wir so etwas nicht mehr hören, dann erzeugt dies eine globale Meinung, dass es so etwas gar nicht gibt und man wirklich gar nicht in Familienbanden leben möchte?

 


Bekommen wir nicht jeden Tag den Spiegel vor das Gesicht gehalten wie wir zu sein haben? Angepasst, intelligent, jung, hübsch, erfolgreich, gesund, leistungsfähig, sportlich, perfekt, fehlerfrei und ausreichend kapitalkräftig usw.? So einen perfekten Menschen gibt es nicht, und kann es auch nicht geben.

 

Kein Mensch kann 100%ig perfekt sein, sonst wäre er eine Maschine. Und selbst Maschinen sind oft nicht fehlerfrei. Warum machen wir uns aber dann oft untereinander das Leben so schwer, versuchen einem Bild zu entsprechen obwohl wir wissen so sind wir nicht? Spielt uns auch hier unsere Psyche und unser Unterbewußtsein, bedingt durch ewiges unterbewußtes Füttern mit solchen Informationen, einen Streich?

 

Verlangen nicht gar Etliche unter uns von ihren Mitmenschen, dass diese so und so zu sein hätten, obwohl sie selber nicht so sind? So unter Druck werden die Menschen mit sich selber unzufrieden, denn sie wollen etwas vormachen und leisten, was sie in der Realtität meistens gar nicht erbringen können. Das hat für viele erwachsene Menschen zur Folge das sie z. B. an Stresserkrankungen, an Depressionen und mehr erkranken. Die Zahlen der Statistiker sprechen hier eine Sprache für sich. Doch braucht man Statistiken, wenn man mit hunderten von Menschen im realen Leben zutun hat? Kann man da nicht klar erkennen und sehen was um einen herum so läuft?

 

Einige Menschen, eben auch Philosophen, Psychologen, aber auch Menschen wie Du und ich fordern immer häufiger dazu auf: "Bitte selber denken und fühlen, und nicht alles vorgeben lassen". Bitte mal auf die eigene innere Stimme, auf das eigene ich zu hören. Das wird jedoch nicht gehen wenn man den lieben, langen Tag sich nur noch reizüberfluten lässt. Das geht nicht, wenn man als erste Informationsquelle z. B. das Internet, mit seinen Millionen von unterschiedlichen Meinungsbildern, als Vorlage nimmt.

 

Haben wir vielleicht schon gar vergessen, dass ein jeder Mensch unterschiedlich ist. Jeder hat so seine eigenen Empfindungen und Gefühle. Der eine fühlt den z. B. Schmerz eines gebrochenen Armes vielleicht stärker, ein anderer eben nicht. Deshalb hat man aber nicht dem, der mehr Schmerz empfindet zu sagen: "Stelle dich nicht so an".

 

Haben wir vergessen wie es ist einen Menschen auch mal Trost zu spenden? Liebevoller Umgang ist in der Tat einer der ersten Schritte zu einer Wohlfühlgesellschaft. Mit verweichlichen hat das ganz sicher nichts zutun.

 

Wie gesagt das Prügeln in den Schulen durch die Lehrer wurde per Gesetz abgeschafft. Dabei sehen wir dann heute Sendungen, in denen die Kinder und Jugendlichen ganz hart angepackt werden. Nur so treibt man ihnen was aus und ein? Jeden Tag müssen diese jungen Menschen hören wie unfähig sie sind, wie sie immer krimineller werden? Ja, warum war das den vor sagen wir mal 30 Jahren so ganz anders? Was hat uns überhaupt zu dieser Entwicklung kommen lassen, die viele unter uns heute als unangenehm empfinden?

Perspektiven z. B. auch im Berufsleben, die kann man ja nur haben wenn die Arbeit entsprechend vorhanden ist. Wenn man sich nicht um den Verlust der Arbeit und somit dem sozialen Abstieg fürchten muss. Je mehr man sich fürchtet umso mehr wird man im innern gelähmt, oder gar aggressiv. Das macht sich dann natürlich im äußeren, gesellschaftlichen Leben bemerkbar. Ursache und Wirkung, vermögen wir die noch zu erkennen, geschweige dann auseinander zu halten?

Viel gibt es dazu noch zu schreiben, doch am Ende bleibt die Frage: "Wie gehen wir miteinander um?"

Können und dürfen wir Dinge verlangen, die nicht erbringbar sind? Von denen wir wissen, dass es nicht gehen kann?

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