Automation und Arbeit

Nachdem erst das fertige, verkaufte und bezahlte Produkt monetäre Wertschöpfung darstellt, führt eine monetäre Abgeltung eines zur Produktion wertlosen Beitrags - heute z.B. in Form von eigentlich unnötigem Bürokratismus üblich - zwangsläufig zu Inkonsistenzen im System.

Der bekannte Nationalökonom Alfred Weber hat bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts davor gewarnt, die Produktion mit an sich unnötigem Verwaltungsaufwand zu überfrachten. Heute kann man vielfach den Eindruck gewinnen, Verwaltung und Bürokratie haben sich zu einem Selbstzweck entwickelt und sitzen wie Schmarotzer im Pelz des „Wirts-Tieres Produktion“.

Nicht nur, dass viele Menschen alle möglichen Anstrengungen unternehmen, ihren Erwerbsplatz auf Kosten der produktiven Kräfte zu sichern, sondern sie „beißen die Hand, die sie füttert“, indem sie teilweise völlig unnötig „Sand in das Produktions-Getriebe“ schütten.

Man könnte alle am monetären Produkt-Wertschöpfungsprozess beteiligten für ihre eingebrachte Arbeit anteilig entschädigen. Dazu müsste aber der Produkt-Wertschöpfungsprozess eindeutig abgrenzbar sein.

Diese Abgrenzbarkeit ist aber keinesfalls ordentlich möglich, wie das Beispiel „Automobil“ belegt:

Automobile zu fertigen ist das Eine. Einen Absatzmarkt für Automobile zu haben, ist das Andere.

Um ein Auto zu bauen, bedarf es nicht viel: Ein wenig Metall, etwas Plastik, eine Portion Know-How, Silizium (Sand) für Chips und Glas - fertig ist das Auto.

Um ein Auto zum Laufen zu bringen, ist schon mehr Aufwand nötig. So braucht man Raffinerien um Benzin herzustellen. Damit der Sprit die notwendige Qualität bekommt, bedarf es einer kompletten Chemieindustrie. Ähnliches gilt für notwendige Schmierstoffe.

Jetzt läuft das Auto, man könnte fahren. Doch wo ist die notwendige Straße? Wo sind die Tankstellen, um auch fern der Heimat wieder zurückzukommen? Wo sind Ampeln um den Verkehr zu regeln?

Autos sind schnell gebaut; monetär werthaltig werden sie erst, wenn sie verkauft und bezahlt sind. Doch wer würde ein Auto kaufen, wenn es keine Straßen zum Fahren, keine Tankstellen zum Tanken, gäbe?

Somit trägt der z.B. der Tankwart oder der Straßenbauer zum monetären Wertschöpfungsprozess der Automobilindustrie bei. Ohne Straßenbauer keine Wertschöpfung im Automobilbau, jedoch ohne Automobile auch keine Wertschöpfung im Straßenbau.

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